Abschiedsbrief: Hamburg, keine Perle

18. November 2010 172 Kommentare

 

Du Hamburg, wir müssen mal reden. Jetzt guck nicht so überrascht, Du ahnst doch eh schon, dass dieses Gespräch auf Dich zukommt. Also. Wie soll ich anfangen?

Ich bin hier geboren, der Herbert würde sagen: Ich komm aus Dir. Als ich dann ins Ruhrgebiet musste, zum Studium, da hat das anfangs sehr weh getan. Immer wenn ich am Hauptbahnhof in den Intercity stieg und über Deine Elbbrücken ratterte, einen letzten Blick auf Hafen und Landungsbrücken erhaschend, dann musste ich heulen.

Wenn ich heute in die Bahn steige, lässt mich das kalt. Ich habe keine feuchten Augen. Eher freue ich mich, mal eine von den anderen zu sehen. Berlin etwa, die viel aufregender ist als Du. Essen, die authentischer ist. Oder München, wo die Sonne scheint.

Ja klar, das mit dem Wetter, das findest Du jetzt unfair, aber nun hab ich’s eh schon angeschnitten, also raus damit. Hamburg, Dein Wetter ist zum Kotzen. Es ist unerträglich. Früher hat mir das nicht so viel ausgemacht. Wenn man 20 ist, dann verbringt man ja auch bei strahlendem Sonnenschein den ganzen Tag drinnen oder verschwendet laue Sommernächte in finsteren, verrauchten Clubs.

Aber wenn man älter wird, weißt Du Hamburg, dann giert man nach Licht, nach dem Blau des Himmels. Jetzt haben wir November, seit Tagen schifft es, der Himmel über Dir ist dicht bewölkt, man kann die Sonne hinter dieser grauen Suppe nicht einmal erahnen. Und ich weiß, das bleibt jetzt so, bis April.

Wie mies Dein Wetter ist, erkennt man auch daran, wie abgehärtet Deine Bürger sind. Sie halten jeden fahlen Sonnenstrahl für ein Gottesgeschenk. Sobald die Außentemperatur über 8 Grad steigt, drängen sie in die Straßencafés. Und in wohl keiner anderen Stadt der Welt käme man auf die Idee, ein Volksfest im November zu veranstalten. Niemand will mit einer nassen Zuckerwatte in der Hand bei eisigem Wind Achterbahn fahren. Nur die Hamburger, die trotten brav in ihren Öljacken über Deinen Winterdom.

Ein bisschen Schlechtwetter ist kein Trennungsgrund, sagst du? Das stimmt wohl. Aber ich bin auch noch lange nicht fertig. Der Dauerdüsterregen ist ja nur eine von ganz vielen Sachen.

Eine andere ist Deine Großspurigkeit. Es heißt immer, Hamburg und seine Bewohner seien besonders zurückhaltend, sprächen nicht über Ihr vieles Geld, neigten zum Understament. Aber das stimmt nicht. In Wahrheit sind die Hanseaten borniert und größenwahnsinnig

Als ich nach dem Studium wieder herzog, ins randseitige Rahlstedt, da quittierte das eine Bekannte mit süffisantem Lächeln und dem Satz: “Wirklich? Also ich hab’ noch nie außerhalb der Stadt gewohnt.” Nie seinen Hintern aus Eimsbüttel rausbewegt und auch noch stolz darauf. So sind sie, Deine Bürger, provinziell und selbstgerecht. Halten ihre Stadt für den Nabel der Welt. Dabei ist sie nicht einmal der Nabel der Republik.

“Weltstadt an der Elbe”. Glaubst Du diesen Scheiß wirklich? Warst Du schon mal in London, Paris oder New York – oder einfach nur in Berlin? Dann wäre Dir klar, dass Du kein besonders heißer Feger bist, schon gar keine “Metropole”. Im globalen Maßstab gehst Du als bessere Landpomeranze durch. Aber als Weltstadt? Du bist bestenfalls das Bielefeld unter den Weltstädten.

Wenn man sich einmal zu dieser Erkenntnis durchgerungen hat, dann fängst Du erst so richtig an zu nerven, mit Deinem selbstgefälligen Lokalpatriotismus. Dann wird einem schlecht, wenn irgendeine besoffene Menge bei Dom oder Hafengeburtstag “Hamburg, meine Perle“ gröhlt. Immer wieder muss ich mir von dümmlich verliebt grinsenden Einheimischen erzählen lassen, Du seist “die schööiinste Stadt der Welt”.

Sicher, ein paar Ecken von Dir sind wirklich nett: Das Rathaus, die Außenalster, Planten und Blomen, der Stadtpark.

Aber warum, glaubst du wohl, ist es dort bei gutem Wetter so unfassbar voll? Weil der Rest Deiner 750 Quadratkilometer nicht weiter der Rede wert ist, deshalb. Die Leute ballen sich an jenen wenigen schönen Flecken, denen die raumgreifende Ödnis des unfassbar grauen Hamburger Ostens gegenübersteht. Der Nordwesten, mit Eidelstedt oder Schnelsen, ist ebenfalls total verbaut und nicht viel schöner als Gelsenkirchen oder Bottrop.

Und während man aus München oder Frankfurt, letztere beileibe keine Schönheit, zumindest ins Umland flüchten kann, gibt es für Deine Bewohner kein Entrinnen: Um Dich herum existieren nur Sumpfgebiete wie Pinneberg oder Norderstedt. Dort gibt es absolut nichts.

Jetzt wirst Du sagen, dass man Menschen und auch Städte so nehmen muss, wie sie eben sind. Hast‘ einen Punkt. Du kannst ja nichts für den Regen, und für Wandsbek-Ost kannst Du eigentlich auch nichts. Was ich Dir aber wirklich übelnehme ist, dass Du in den letzten Jahren angefangen hast, mich immer schlechter zu behandeln.

Das passiert ja manchmal, wenn man lange zusammen ist und den anderen für selbstverständlich nimmt, aber Du hast es echt zu weit getrieben. Andere Städte geben sich richtig Mühe, es ihren Bürgern nett zu machen. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass man mit dem Fahrrad fahren kann, ohne täglich den Unfalltod zu riskieren. Du nicht. Ich habe gehört, dass Du kommendes Jahr “Green Capital Of The World” wirst. Ist das ein Witz? Mit wem musstest Du dafür ins Bett gehen? Genausogut könnte man Berlin zur “Freundlichsten Metropole der Welt” küren.

Noch ein Beispiel gefällig? Du arbeitest seit längerem daran, zur kinderfeindlichsten Stadt Deutschlands zu werden. Deine Kitaplätze, ohnehin zu dünn gesäht, kosten jetzt über 500 Euro. Du hast das Essensgeld in Kindergärten und Schulen auf einen Schlag um 60 Prozent erhöht.

Deine Spielplätze sind vergammelt. Du würdest gerne die Elternschulen schließen, den schulärztlichen Dienst streichen, die Verkehrserziehung eindampfen und das Altonaer Muesum plätten – während Du gleichzeitig am Hafen für über 300 Millionen Euro Deine Philharmonie baust. Ja, das passt zu Dir: Das kleine Museum, das keinen Touristen interessiert, das Deine Bürger aber lieben, machst Du dicht. Die Philharmonie, die den Bürgern schnurz ist, bei Besuchern aber für ein großes “Ahh” sorgt, für die hast Du Geld.

Früher rümpftest Du über Düsseldorf und München die Nase, weil die sich immer so aufgedonnert haben. Heute hast Du selber nichts anderes mehr im Kopf als die Frage, wie Du die Blicke anderer auf Dich ziehen kannst. Protzig bist Du geworden, prunksüchtig und oberflächlich.

Davon verstehe ich nichts? Das nennt man Standortmarketing, sagst Du? Hör mir bloß mit diesem Sermon auf, den hab ich schon so oft von Dir gehört. Ich weiß, Du bist unheimlich stolz auf Deine ganzen Events. Und darauf, dass Deine Hotelübernachtungen um fast 30 Prozent gestiegen sind. Merkt man. Wenn ich im Sommer durch Deine City laufe, dann ist alles voll mit schwäbelnden Rucksackträgern in Funktionswesten. Und später wenn ich schlafen will, kriege ich kein Auge zu, weil aus der Stadt der Feuerwerkslärm herüberschallt und die Schiffshörner vom Fluss heraufdröhnen.

Gratuliere, Hamburg, Du hast es geschafft. Du bist zum Elb-Disneyland geworden, zum Hansepark. Alle Bielefelder besuchen Dich, weil sie das Bielefeld der Weltstädte sehen wollen. Tarzan-Musical, Reeperbahn-Bummel und dann ein kleiner Ausflug ins pittoreske Schanzenviertel – nebst Abendessen bei Tim Mälzer

Klingt verbittert, meinst Du? Ich bin ja nur neidisch auf Deinen Erfolg? Ach Hamburg, Du hast überhaupt nichts kapiert. Du bist bornierter als eine Pöseldorfer Perlenketten-Elblette.

Touristen kommen und gehen, also freu Dich nicht zu früh. Das einzige, was Du dauerhaft erreicht hast, ist, Deine Bürger zu vergrätzen. Deine Leute! Die Dich immer verteidigt haben. Die immer eine Niederschlagsstatistik zur Hand hatten, wenn die Münchner Dich wegen Deines Wetters verspotteten. Die immer eine Liste namhafter Künstler herunterrattern konnten, wenn mal wieder ein Berliner behauptete. “Hamburg? Da ist doch nichts.”

Für die müsstest Du mal Standortmarketing machen. Mit bezahlbaren Wohnungen. Mit Angeboten für Familien. Ist Dir eigentlich bewusst, dass ein Krippenplatz in Hamburg fast dreieinhalb mal so viel kostet wie in München?

Was ich da mache? Wie sieht es denn aus? Ich packe. Ich ziehe irgendwo hin, wo die Sonne scheint. Ich suche mir eine Stadt, die sich freut, dass ich in ihr wohne. Und ich glaube, ich werde nicht der einzige sein, der abhaut.

Du hattest irgendwann mal diese Idee mit der “Wachsenden Stadt”, wolltest zwei Millionen Einwohner. Was Du allerdings nicht kapiert hast, Hamburg: Man muss nicht nur Neubürger dazugewinnen, sondern auch dafür sorgen, dass die Bestandskunden nicht durchbrennen. Genau das passiert einem aber, wenn man sich so verhält wie Du.

Das ist so schade, denn ich war mal so in Dich verliebt.



172 Kommentare

  • Volker Petersen sagt:

    Komm nach Münster! 🙂


    • Monte Cristo sagt:

      Es ist jetzt zwar schon 2016. Aber der Kommentar hat nur an Gültigkeit zugenommen. Hamburg wurde zersiedelt. Verschandelt. Immer mehr Bauten, wie die der Hafencity verunzieren Dein Antlitz. Glas, Stahl und Beton lassen uns weniger an eine barocke Stadt, als vielmehr an den Gefängnisplaneten Stalag 17 aus dem gleichnamigen Film von Fritz Lang denken. Deine Ghettos wachsen. Ihre Subkultur spricht ihren ganz eigenen provinziellen „diggavokabulargeschwängerten“ Parallelgesellschaftsregiolekt, obwohl letztere des Hochdeutschen mächtig sind. Deine Backsteingothik erfreut sich über eine nicht abebbende Dauerpopularität, und macht Dich als versifftes Schlechtwetter-Alsterkaff noch düsterer. Provinziell bist Du in jeder Hinsicht geworden. Haben Filmgesellschaften wie die Ufa schon vor der Steinzeit die Schotten dicht gemacht, und sieht man nur noch Bilder von Dir in Vorabendserien oder dem Tatort mit Til Schweiger, dem näselnden Zwillingsbruder von Jan Delay in phonetischer Hinsicht, hat sich zur Jahrtausendwende auch Universal Music dazu entschlossen Dir den Stinkefinger und somit die rote Karte zu zeigen. Damals von mir mit Verständnislosigkeit und Kopfschütteln moniert. Heute mit Chapeau honoriert. Wie weise und vorausschauend! Deine Frauen sind blasierte Schreckschrauben. Bestens gerüstet liebe Männer mit verächtlichen Kommentaren zu diffamieren. Ungezogen aber an sich nur hohl und ungebildet. Warum heißt es wohl mit Herz und Hand? Ganz bestimmt nicht Deiner langhalsigen, dürren Ziegen wegen. Deine Bevölkerung ist xenophob und gibt sich ach wie weltoffen. Aber wage es hier allein los zu gehen und Du bleibst ungestört. Genau wie Hamburgs Cliquen und Clübchen, die Dich nur kuhäugig anglotzen sollte ein fremder, Mann schon mal gar nicht, von außen aufgeschlossen auf diese zutreten. Mürrisch, abweisend und verschlossen bist Du. Deine Kerle mindestens bald so stutenbissig und sauertöpfisch wie Deine unreifen Frauen. Deine Regierung wirkt wie eine Truppe von Verpissern, weil sie in vornehm hanseatischer Zurückhaltung nie das Maul aufkriegt. Deine Straßen sind so ruinös wie in der DDR um 1989 herum. Wer den Kulturteil des Abendblatts nicht auswendig lernt am Wochenende drahtlos und ratlos. Deine Mieten für Bruchbuden so hoch wie in München. Dein öffentlicher Personennahverkehr in der Peripherie und im Speckgürtel lächerlich schlecht. Du verfügst nur über 6 Bahnlinien innerhalb der Stadt. Deine U 4 ist ein Phantomexpress außerhalb der Bürozeiten. Deine Volksfeste wie Hafengeburtstag oder Alstervergnügen komplett frei von Attraktionen. Nur noch Saufen und Fressen. Deine Restaurants sind überteuert. Deine Speisen oft nivellierter Einheitsbrei. Deine Taxis die teuersten. Die Zahl der Suizide und Depressiven auch vorne weg in der BRD. Familien hasst Du. Der Single ist in Dir der Favorit. Denn er vermehrt sich nicht. Er lebt nicht mit seiner Eltern- und Kindergeneration nicht unter einem Dach. Gut so. So werden die Alten früher in Dir sterben, um die Rentenkassen zu entlasten und die Jungen entstehen erst gar nicht. Deine SchülerInnen, ich vergaß, Sie sprechen nicht in der Öffentlichkeit. Nein, sie erzeugen nur Geräuschkulissen. Zusehends dümmer. So war ich in den 90er Jahren noch nicht. Ach Hamburg und das Gros Deiner Bewohner: Ihr dürft mich gepflegt im Arsch lecken!


      • Milea sagt:

        @Monte Cristo:

        Jo, genau so isses!! Danke für diese „Erweiterung“.
        Ich bin hier auch aufgewachsen und hier gab es tatsächlich mal vor
        geraumer Zeit noch urige Läden oder Orte.. Ganz traurig, was aus unserem schönen Hamburg geworden ist.

        Der ganze Kommerzscheiß, den sich doch eh keiner leisten kann.. zumal der auch überhaupt nicht die Phantasie fördert und nur noch so ein ekliges Abfüttern der Leute ist. Ja, ne richtige Tourimeile.

        Nur: Wohin? Das ist die Frage, die ich für mich noch nicht beantwortet hab. Vielleicht hat ja jemand einen heißen Tip?


        • Monte Cristo sagt:

          An Mila und / oder MMilea. Berlin ist die Alternative. Ist sie doch die einzige in der BRD, die ich als Metropole wahrnehmen und ernst nehmen kann. An sich ist der Berliner tough und rough. Aber er ist aufgeschlossener als der Hamburger. Kunststück. So was ungezogenes und flefelhaftes an Verhalten wie der Hamburger und der Zugezogene an sich ist mir selten untergekommen. Aber Deutschland an sich weist nicht die Gastfreundschaft auf wie ich sie in den USA, Saudi Arabien oder in Ägypten vorfand. Mir stinkt auch der Europäer an sich. Europa ist en Gros charakterlich verdorben. Häufig sind Frauen gewaltbereiter als die Kerle. Betrunken, verlaust, asozial und wie von Motten im Hirn zerfressen. Wer hier kultiviert spricht wird für geisteskrank erklärt. Die sogenannten urigen Lokale sind out. Es muss das East sein. Ach ja schicki micki stöckel stöckel. Berlin hat nicht mal einen Seehafen und ist offener. Und das kann nicht nur daran liegen, dass Berlin die geförderte Hauptstadt ist. Die Menschen machen den Charakter einer Stadt aus. Nicht die Fördergelder. Der Norddeutsche tarnt sich gern mit reserviert und zurückhaltend. Schöne Ausredesynonyme für verächtlich, blasiert und aufgesetzt kosmopolitan. Was bilden sich die Leute eigentlich drauf ein hier zu leben. Haben sie als Einzelpersonen das Bild der Stadt so entscheidend geprägt? Stolz nein. Dankbarkeit viel eher nicht in der Provinz leben zu müssen. Mal Hand aufs Herz „liebe“ Hamburger*innen: seid ihr nicht gefragt Euch zu ändern bevor es der Einzelne „Travis Bickle“-Typ tut. Hier ist ein Mann der sich wehrt


      • Mila sagt:

        Es ist Frühling, der erste warme Tag des Jahres und ich habe Hamburg besucht. Rein ins hambugerische Treiben…
        Dein Artikel spricht mir aus der Seele. Was für eine stocksteife und heiterkeitslose Stadt, samt Einwohner.


  • Violet sagt:

    Hallo Hilli, mir geht es genauso wie Dir!
    Insbesondere diese Stadteil-Borniertheit geht mir wahnsinnig auf die Nerven.
    Als ich nach dem Studium ins Rhein-Main-Gebiet gezogen bin, hab ich auch nach jedem Besuch geheult.
    Jetzt wäre ich froh, wenn ich von hier weg könnte.
    Alles Gute für München, grüß die Sonne von mir.


  • cervo sagt:

    Du sprichts mir aus dem Herzen! Eine Stadt hat ihre Seele verloren. Schade.


  • Dom sagt:

    Fand den Text ja wirklich sehr gut geschrieben, aber treibst Du mit Deinem Wohnortwechsel da nicht den Teufel mit dem Belezbub aus? Daß Du gerade München gewählt hast, zeugt, wenn es denn nicht aus lohnenswert arbeitsplatztechnischer Motivation geschehen ist, nicht gerade von Weitsicht.
    Die Mieten in München sind horrend, die Bürger mal sowas von latent konservativ (und das schreibe ich als in Stuttgart wohnhaft-allerdings kein Schwabe!) und Abends Weggehen wird ein teures Vergnügen. Aber ok, wenn Du es Dir leisten kannst, viel Spaß in der neuen Walheimat!


  • ich sagt:

    Och neee, nennt Hamburg borniert und will nach München. Na dann man viel Spaß. Hamburg wird dich nicht vermissen.


  • Lars Fischer sagt:

    Vor zehn Jahren oder so war das noch anders. Und das alte Hamburg gibt’s noch. Wir müssen uns die Stadt halt von den Großkotzen zurückholen.


  • Ian_aus_Hamburg sagt:

    Hallo Tom,

    ich musste fast weinen, weil Du es echt auf den Punkt gebracht hast. Ich bin so ein Hamburger,der immer diese Listen und Statistiken auswendig parat hatte. Ich habe immer, wenn nicht nicht in Hamburg war, mein St.Pauli-Cap getragen damit auch jeder gleich gesehen hat das ich aus Hamburg bin. Gelacht habe ich über Bielefeld oder Pinneberg, laut sogar.

    Der Regen, das Grau in Grau liebe ich besonders mir macht es nicht viel aus wenn es Wochenlang regnet. Aber, alle anderen Punkte die Du so schön und klar aufgezählt hast, sind genau die Punkte die mir in der Seele brennen. Ich habe versucht in diversen Ausschüssen den Ausverkauf und die Kinderfreundlichkeit in Hamburg zu beeinflussen, jedoch habe ich es nicht geschaft.

    Es macht mich unglaublich traurig das meine Stadt mein Hamburg an der Waterkant so verkommt, zu einem Eldorado für Touristen.

    Alles im Allem, eine sehr traurige Situation und es macht mich wütend das Hamburg es nicht merkt wie sehr sie uns „Bestandskunden“ vergrauelt. Man könnte fast meinen es wäre ihr egal.

    Schade.

    Ian


    • Julian sagt:

      Absurd. Touristen bleiben im Durchschnitt nicht einmal 2 Tage, um genau zu sein 19 Stunden. Hamburg ist nicht Paris und absolut keine Touristenweltstadt.


  • BAE sagt:

    Ich bin zum Studium nach Trier gezogen – ein wirklich nettes Städtchen. Allerdings ist das wahrscheinlich der größte Kulturschock, den sich ein Hamburger antun kann. Auf der Mosel nur ab und ein lächerlich kleines Güterschiff, überall Hügel und wenn ein Berliner sagt „Da ist doch nichts los“ hat er recht – Guildo Horn schaffts dann auch nicht, ihn zu beeindrucken.

    Da ich aber aus ner Stadt komme, wo das bekannteste Geschäft Karstadt war (mittlerweile ist es natürlich dicht), das Kino geschlossen hat und man mit dem Zug ne halbe Stunde bis nach Mönchengladbach fahren muss, damit man was erleben kann (ja, Mönchengladbach um was zu erleben – und sei es nur einkaufen!!), ist Trier echt paradiesisch.

    … ich mochte Hamburg immer, wenn ich da bin – aber ich war eben auch nur Tourist. 😉


  • Nina Zimmermann sagt:

    Schoen auf den Punkt gebracht. Habe mein Lebenlang auf St. Pauli gewohnt. Mit 30 hatte ich die Schnauze voll von der „Buergernahen“ Politik und bin nach Berlin gegangen. Hier tut man wenigstens nicht so, als ob man sich kuemmert, sondern macht einfach. Oder eben nicht. Lieber ehrliches Desinteresse als falscher Lokalpatriotismus. Viel Erfolg auf Deiner Suche. Gibt ja genügend schoene Plaetzchen auf der Welt.



  • Wahre Worte!
    Danke von einer Berlinerin, die jetzt in Hamburg wohnt.


  • Jörg sagt:

    Dieser Artikel ist so schön und so ehrlich. Ich sage über Hamburg immer: „Hamburg hat das Tor zur Welt, aber der Hamburger geht nicht durch, um neues zu entdecken“. Aber trotzdem arbeite ich gern in Hamburg, aber wohnen will ich hier nicht mehr.


  • Hamburgerin sagt:

    Hahaha! Tja, so ist das, wenn alle Leute die sich ein anderes HH wünschen wegziehen, bleibt ein Pöseldorfer Einheitsbrei übrig. Ich liebe HH und ich bleibe hier und ich tu was dafür, dass HH kreativ, individuell und bunt wird und teilweise bleibt. Hier fällt einem sowas halt nicht in den Schoß wie im ach so tollen Berlin (wie Du SchnöselPösel München überhaupt erwähnen konntest) oder New York, das übrigens auch mit Gentrifuckzierung etc zu kämpfen hat. Wer HH verlässt ist feige. Viel Spaß WOANDERS!


  • Striedel sagt:

    „Immer wieder muss ich mir von dümmlich verliebt grinsenden Einheimischen erzählen lassen, Du seist “die schööiinste Stadt der Welt”.“

    –> Du sprichst mir aus dem Herzen. Allerdings muss man fairerweise dazu sagen, dass die meisten, die so reden, tatsächlich Zugezogene aus dem Emsland, der Lüneburger Heide oder einer ähnlich kargen Gegend sind (no offense). Zumindestens die, die ich so kenne. Das sind dann die Studenten, die 450 Euro für ein 9 Quadratmeter Zimmer „auf St. Pauli“ bezahlen und sich darüber beklagen, dass es in Hamburg keinen günstigen Wohnraum gebe (natürlich sind sie alle St. Pauli Fans, ohne einen einzigen Spielernamen zu kennen). Oder die Leute, die sich weigern, nach Barmbek zu Besuch zu kommen „weil das ja so weit draußen ist“ .

    Dieses nervige draußen Rumhängen ist auch so ein neues Phänomen, das es vor der „wachsenden Stadt“ nicht gegeben hat. Wenn ich diese Leute schon sehe, wie sie auf dem Bürgersteig sitzen (Straßencafé ist ja auch so’n Euphemismus), ihren Latte-Macchiato trinken und meinen, das wäre jetzt savoir vivre, obwohl sie im Grunde nur ihr kleinbürgerliches Leben öffentlich zelebrieren. Dass es auch noch normale Passanten gibt, die keinen Bock haben über fünf Hollandräder und drei Teutonia-Kinderwagen zu klettern, um einfach nur ihrer Wege gehen zu können, ist da eher egal. Mittlerweile meide ich die betroffenen Stadtteile im Sommer einfach.

    Vor fünf Jahren konnte man im Sommer noch ganz gemütlich am Wochenende am Elbstrand spazieren gehen. Heute ist dank der grillenden Twens, die ihren Geschwistern aus Klein-Wiesenbüttel zeigen wollen, wie cool es doch in Hamburg ist, kein Durchkommen mehr möglich. Allerdings fangen auch schon die ersten Latte-Macchiato-Muttis an rumzuheulen, wenn Sophia-Carlotta und Emil-Frederick an der Strandperle in unzureichend abgelöschte Grillkohle reintreten. Es bleibt also spannend.


  • JBK sagt:

    Ich bin versehentlich aus Hamburg nach Berlin gezogen.
    Und ich will nie wieder zurück. Obwohl es hier keine anständigen Fischbrötchen gibt.
    Ich heule nicht mehr, wenn ich die Landungsbrücken sehe, aber bei so Filmen wie „Bismarck von hinten“.
    (Bevor ich nach München ziehen würde, würde ich aber eher das Land verlassen.)


  • Striedel sagt:

    Achso, bevor mich jetzt jemand für einen kinderhassenden Misanthropen hält: Ich habe selbst Kinder und die Kita-Gebühren sind eine Unverschämtheit. Allerdings war es für mich relativ einfach, umfassende Kinderbetreuung zu bekommen. Das soll in vielen westdeutschen Kleinstädten ja anders sein.


  • Georg sagt:

    Hamburg hat genau wie alle anderen Städte seine Schattenseiten. Aus meiner Sicht überwiegt aber die gute Seite doch deutlich. Das München-Bashing dagegen belustigt immer wieder. Irgendwas macht der Süden richtig, dass jeder immer draufhaut. 🙂


  • Matze sagt:

    Oh Mann, mein armes Hamburch.

    Ich bin mit 30 aus beruflichen Gründen von Hamburg nach Düren (ca. 100.000 Einwohner) im Rheinland gezogen und Anfang 2010 mit 34 zurück gekehrt. Das Lächeln war mir wochenlang im Gesicht festgetackert. Ich war so froh und glücklich, endlich wieder in Hamburg zu sein. Ich liebe jeden Quadratzentimeter dieser Stadt. Ich liebe all die vielen Events. Jede Woche kann ich ein tolles Konzert besuchen. Jedes Wochenende kann ich nächtelang den Kiez genießen.
    Nie wieder woanders hin! Der Kritik kann ich mich absolut nicht anschließen. Es ist wirklich „Hamburg, meine Perle“

    Matze



  • Ich gestehe: mich gelüstet es mitunter, einen ähnlich derben Brief an München zu adressieren. Nicht zuletzt das mit der Sonne und dem erholungsträchtigen Umland sind nämlich auch so hartnäckige Gerüchte, die nicht aus der Welt zu kriegen sind. 😉 Grüße, Meike


  • paracuda sagt:

    Du hast das nicht vorhandene Nachtleben vergessen. Für Menschen, die kein Indiepopelektro hören wollen, ist das Programm nämlich fürn Arsch. Kaum bis kein Metal mehr, aber dafür überall Röhrenjeans und Hornbrillen mit Undercut-Frisuren. In Hamburg hast Du nur noch eine Chance, wenn Du vom Buffett futterst, wie alle anderen.


  • Brig sagt:

    In ein, zwei Punkten hast du sicher recht. Ansonsten seh ich das überhaupt nicht so. Ich weiß nicht, was du für schlechte Erlebnisse hier hattest, aber deine Sicht auf unsere wunderschöne Hansestadt ist definitiv zu negativ. Überleg doch mal, warum du dieser Stadt so lange treu geblieben bist.

    Und ich kann dir versichern – jede Stadt hat ihre schönen wie ihre hässlichen Seiten! Ich freu mich auf den nächsten Hass-Artikel über München in max. drei Jahren.


  • hh sagt:

    Die Stadt hat sogar ein Logo für Dich gemacht: „I leaf Hamburg“, klingt wie „I leave Hamburg“: http://2.image.hamburg.de/image/2543062/i-love-hh.jpg


  • ohno sagt:

    Hach, ich kann da folgen… Auch als Nicht-Hamburger. War immer meine Lieblingsstadt, seit ich da studiert habe. Inzwischen ist es da aber so viel kälter geworden – und ich meine nicht das Wetter.

    Essen finde ich aber immer noch unattraktiver:-)

    BTW: „Gesäht“ geht gar nicht.


  • Jazzapplejuice sagt:

    Wir haben gelernt Dinge wegzuwerfen, die uns nicht mehr gefallen. Oder eben zu verlassen. Mal ist es die Ehefrau, mal eben eine Stadt. Man könnte auch daran arbeiten, was bei der Ehefrau vermutlich sehr schwierig wäre. Bei der Stadt aber, kann man sich mit ganz vielen Leuten zusammentun und versuchen zu ändern, was einem nicht gefällt. Das macht eine Stadt aus und nicht die Bürger, die sie verlassen.


  • jakob sagt:

    Midlifecrisis nä?
    (i left HH)


  • Magnus sagt:

    Interessanterweise gab es noch keinen Kommentar eines Berliners, der sagte „das Geschriebene gilt auch für meine Stadt“. Vermutlich, weil bei uns der Tenor vorherrscht: „Die Stadt ist scheiße, die Stadt ist hässlich, die Stadt ist unfreundlich, aber mal ehrlich – wo willst du sonst hinziehen? Nach Hamburg?!“



  • Klasse, klasse Artikel. Dieser passt wahrscheinlich auf viele Städte im Moment, man muss sich nur umschauen. Seelenlos!!!
    Viel viel Erfolg in München.


  • Niko sagt:

    Das stimmt zwar, alles stimmt, die Öffentlichen Verkenhr in Nacht konntest Du vielleicht erwähnen. Aber das wichtigste ist das Mann sich einfindet, egal wo man lebt.


  • Number12 sagt:

    Hmm .. die Haltung kommt mir bekannt vor. Ich habe auch mal nach 25 Jahren Eimsbüttel den Drang gehabt, woanders hin zu ziehen. Nach drei Jahren hatte ich die Schnauze voll und bin froh, wieder in Eimsbüttel/Eppendorf zu wohnen. Die Touris gehen mir am Allerwertesten vorbei (ich glaub, die nerven auch in New York und Berlin). Und wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, dann hat man mit diesem Mälzer/Lattemacchiato-Mütter/In-Lokalen eh nichts am Hut.

    Kann auch sein, dass ich lange genug hier lebe und auch noch viele Freunde und Bekannte habe, die ebenfalls schon lange im Stadtteil leben. Die ignorieren den Scheiß auch.

    Aber viel Glück in München,


  • Knoetchen sagt:

    Man kann überall was Schlechtes finden, wenn man danach sucht.
    Aber Weglaufen ist der falsche Weg, davon wirds nicht besser.


  • Ina sagt:

    Du hast in vielem sehr recht und es ist auch vollkommen OK, Hamburg zu verlassen. Ich bleibe lieber, um meine Stadt zu gestalten, wie ich das möchte. Denn Hamburg hat bei mir geschafft, was Berlin nie geschafft hat, als ich dort gelebt habe – es ist meine Heimat geworden. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich immer wieder hierhin zurückkehren werde, auch wenn es mich zwischendurch mal woanders hintreibt. Und wenn es mich wirklich mal ganz wegzieht, dann auch weg aus Deutschland, denn viele der Probleme, die du beschreibst, sind schlicht auch „deutsch“, zum Beispiel Thema Kinderfreundlichkeit.


  • Ludo K. sagt:

    Man sollte die Metropolen nicht gegeneinander ausspielen: Es gibt neben Superpunk und Leo Greller noch viele weitere Beispiele für die Münchener-Hamburger-Freundschaft …


  • mainwasser sagt:

    Tom, ich finde den Text aus verschiedenen Gründen sehr gut.

    1. wegen des Hinweises, daß Berlin nicht die einzige bewohnbare Großstadt auf dem Planeten ist (ich lebe dort und bin fast nur von Menschen umgeben, die das glauben). Es gibt auch im deutschen Sprachraum mehrere durchaus coole Städte, und das genau WEIL wir anders als in Frankreich nicht alles einer einzigen Stadt in den Hintern schieben. Du hast Essen, Düsseldorf, Frankfurt und München erwähnt, ich lege noch Köln, Wien und Leipzig obendrauf, okay?

    2. scheint das Beschriebene, speziell auf HH bezogen, tatsächlich ein Problem zu sein (vgl. http://www.faz.net/-00mjkd u.v.a.). Ich kenn’s nur aus dritter Hand und als Kurzzeitbewohner und maße mir kein eigenes Urteil an.

    3. gibt es viele dieser politikgemachten Probleme auch anderswo. Gentrifizierung, Stadtmarketing, Metropolenwettbewerb… alles bis zu gewissen Maße RICHTIG (Ja! Wir MÜSSEN die junge Mittelschicht aus Suburbia zurück in die Stadt holen, wir müssen die „Persönlichkeit“ jeder Stadt fördern (die echte – nicht irgendwelchen PR-Quatsch), und sie müssen sich auch der europäischen Konkurrenz stellen) … aber doch bitte nicht nur für Banker und Touristen, sondern für alle!

    4. Ich fühle mich von Deinem enttäuschten Patriotismus SO angesprochen… Ich bin Frankfurter in Berlin und erzähle dort jedem, daß FFM, ja, „beileibe keine Schönheit“ ist, jedenfalls vielerorts, aber andern-vielerorts eben doch supergeil und, dochdoch, auch SCHÖN ist. Bei Sonnenaufgang auf dem Heimweg auf den Mainbrücken, mit Domturm und Skyline, sorry Berlin, das bietet keine Oberbaumbrücke. Frankfurt war (Hamburg m.W. auch) schon multikulti, da war Berlin noch gar nicht gegründet. Der Innenstadtbereich ist eindeutig zu klein (von Bornheim-Mitte zur Galluswarte ca 20-30 Fahrradminuten), aber gerade das erzeugt eine einzigartig hohe Dichte verrückter urbaner Gegensätze. Es ist eine irre Stadt und das nicht nur wegen des (tatsächlich schönen) Umlands. Wahrscheinlich die meist-unterschätzte im Land.

    Und dann komme ich dort wieder hin, weine wie Du, wenn der ICE über die Mainbrücken fährt und den grandiosen Blick auf Fluss, Westhafen, Altstadtkirchen und Hochhäuser freigibt. Doch dann stehe ich am Hauptbahnhof (dem schönsten der Welt, zweifellos) unten in der S-Bahn-Station, die mit ihren vor 5 Jahren herabgefallenen und nie reparierten Deckenelementen schlimmer aussieht als die in Halle-Neustadt. Dann schaue ich ins Kinoprogramm und sehe außer den wenigen tapferen, in den 70ern gegründeten Programmkinos nur Kommerzscheiße. Dann laufe ich nachts um 2 durchs hippe Nordend und sehe Kneipen, die schon zu haben, und bezahle in den noch offenen für mein Bier doppelt so viel wie in Berlin (in die Frankfurter Wohnungsanzeigen schaue ich schon lange nicht mehr). Und ich merke, wie ich meinen popligen Job, für den ich niemals hätte studieren müssen, zu was besonderem schönrede, weil ich merke, daß die dort alle „ordentliche“ (und vor alle: gut bezahlte) Jobs haben und mich andersfalls blöd anschauen würden.

    Dann lese ich in der Zeitung, von welchen provinziellen Spießbürgern diese Stadt AUCH bewohnt wird (es ist nicht nur die Politik, die das Stadtleben schwer macht). Rosinenpicker. So wollen den größten Flughafen Europas, aber man darf ihn nicht hören. Sie wohnen im schönen Sachsenhausen oder Bornheim und jammern, daß sie keinen Parkplatz vor der Tür finden (wozu braucht man eigentlich in Sachsenhausen ein Auto?). Sie wohnen am Römerberg und erreichen vor Gericht, daß Veranstaltungen abends die Musik leise drehen müssen. Am Römerberg! Mit der wichtigste Stadtplatz in Deutschland! Dort wurden schon vor 500 Jahren Kaiserkrönungen gefeiert, und zwar verdammt laut! Geht’s noch? Könnt ihr nicht bitte, bitte einfach in den Vogelsberg ziehen?

    Die „wachsende Stadt“ ist zumindest von der Grundidee (nicht von der Umsetzung) her richtig: ein Bekenntnis zur Großstädtischkeit. Frankfurt ist das großstädtischste Stück Erde zwischen Paris und Berlin. Nehmt das bitte zur Kenntnis, oder zieht in den Hintertaunus oder nach Stuttgart, bitte, danke.

    Und wenn ich all dies Elend vor Ort wieder erlebe, geht’s mir wie Dir … es ist ganz schön schwer, die eigene Stadt zu lieben, wenn man schon andere gesehen hat.


  • Frank sagt:

    Um jemanden vom gesichtslosen Rand der Stadt, der sich primär über das Wetter, zuviel Tourismus und den Klang des Hafens ereifert, ist es nicht schade, wenn er die Stadt verlässt. Vor allem dann nicht, wenn das Ziel München heisst, die Inkarnation deutscher Spiessigkeit mit seinem Sauffest im Herbst und ganzjährige Hochburg der neureichen und oberoberflächlichen BussiBussiPseudoSchickeria. Sei es drum, für einen der geht, kommen drei neue. So what?


  • Markus sagt:

    Ich kann vieles verstehen, gerade in Bezug auf die lokale Politik. Aber ich habe hier den Eindruck eines (mir bis dato fremden) Menschen bekommen, der sich gedanklich bei all den ausschweifenden Erläuterungen nur um sich selbst dreht. Wer, wenn nicht jeder einzelne Bürger wäre gefragt, sich um seine schöne Stadt zu engagieren. Statt dessen das Weite zu suchen und an den Ort zu entfliehen, der vieles hier angeprangerte unlängst auf die Spitze getrieben hat, klingt in meinen Ohren nach einer wenig hilfreichen Maßnahme, nimmt dies Ihnen vielleicht sogar ein Stück weit das Recht, all die Dinge anzuprangern. Ist dies also nur ein Bekennerschreiben des eigenen Versagens? Ohne den Hintergrund von Ihnen, Herr Hillenbrand detailiert zu kennen, gewinne ich hier auch schnell den Eindruck, dass sie keine Kinder haben. Das ist doch die wichtigste Maßnahme überhaupt, wenn man in der Welt etwas wirklich ernsthaft bewegen oder verändern – oder verstehen – will. Und das nicht nur beim Entdecken und lieben lernen dieser Stadt, vor allem in Bezug auf all die neuen Spielplätze, die hier wie Pilze aus dem Boden sprießen.


  • Denny sagt:

    So schlecht ist München doch gar nicht. Ihr dürft nicht glauben das diese Chiceria überall ist. Auch das Umland ist hier sehr schön und der regelmässige Föhn ist super. Auch der Öffentliche Personen Nahverkehr ist unübertroffen. Was die Mieten angeht, da holen die anderen Städte ja kräftig auf um München nicht mehr als teusterste Stadt alleine da stehen zu lassen.

    Zudem ist München die sauberste Stadt in Deutschland und das obwohl es keine Mülleimer gibt 😉


  • Thomas sagt:

    Vor zehn, fünfzehn Jahren, Lebensjahren(!), war das alles noch total cool und spannend. Aber mittlerweile kann ich, was du über Hamburg schreibst, auch als Nicht-Hamburger (der dort in den letzten Jahren viel zu tun hatte) 100%ig nachvollziehen, bspw. wenn ich an einem Sonntag-Nachmittag an der Außenalster entlang gehe (Un-Er-Träg-Lich) oder wenn ich mit dem Rad ins ‚Grüne‘ rausfahren will. Super Text. Jeder Satz ein Treffer. Oder immerhin fast jeder: Deshalb fahre ich ja so gerne zurück in meine Heimatstadt nach Bielefeld(!). Aber du meckerst ja nicht über Bielefeld, sondern über Bielefelder, die in Hamburg sind 😉


  • Sven sagt:

    Oh Backe, das „I leave Hamburg“ Logo ist grandios. Unglaublich.


  • Michael sagt:

    Ich bin 23, und ich habe nie eine wirklich Heimatstadt gehabt, bevor ich nach Hamburg gezogen bin.

    Geboren bin ich in einer Stadt in Glatzen-Anstalt, die dort bevölkerungsmäßig einen der Plätze 3–5 belegt und dennoch schon grauenhaft provinziell ist. Als ich vier Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie in ein niedersächsisches Kaff gezogen (70.000 Einwohner mit 15 km-Peripherie, ca. 30.000 „in der Stadt“), wo ich zur Schule gegangen bin. Keine der beiden Städte hätte ich als „meine Heimat“ bezeichnen können, lebte doch alle Verwandtschaft noch in Ostdeutschland. In späteren Jahren belastete mich bei jedem Besuch die Tristesse in diesem Teil des Ostens sehr, die niedersächsische Kleinstadt jedoch wurde mir (besonders nach einem Jahr im Ausland) bald auch viel zu eng – hauptsächlich von Rentnern bevölkert herrschen unter den Jugendlichen der Stadt geradezu sozialinzestuöse Verhältnisse, fast alle Freundeskreise greifen ineinander, und durch jugendliche Zerwürfnisse sind für einen bald große Teile der Jugend“szene“ verbrannt.

    Zu Beginn meines Studium vor etwas mehr als vier Jahren bin ich nach Hamburg gezogen, und fühle seitdem eine unvergleichliche Erleichterung und ein Aufatmen. Die ostdeutsche „Heimatprovinz“ wächst und wird renoviert, bleibt dabei aber seltsam seelenlos. Die ehemaligen Abiturfreunde aus der niedersächsischen Provinz studieren zwar inzwischen in den größeren Städten Niedersachsens, drehen sich aber in ihren selbstgemachten Sozialghettos weiter um sich selbst, so als hätten sie die Kleinstadt nie verlassen.

    Die Probleme, die Du in Deinem Abschiedsbrief beklagst, fallen mir auch zunehmend auf und tun mir weh. Hamburg macht viel falsch, und Hamburg ist wahrlich nicht die einzige lebenswerte Großstadt der Welt.

    Aber Hamburg ist – durch meine Augen betrachtet – in einer entscheidenen Sache nicht anders als Berlin, Dortmund oder Leipzig: Sie ist eine Großstadt, die Freiheit, Vielfalt, Kontraste, Konflikte und Überraschendes bietet. Vor meinem persönlichen Hintergrund gilt uneingeschränkt: Hamburg ist Leben!

    Und deshalb möchte ich hierbleiben, deshalb habe ich Hamburg ins Herz geschlossen, deshalb kritisiere ich die Stadt kämpferisch, beteilige mich zwar an Demonstrationen, würde am liebsten das Rathaus stürmen gegen die menschenverachtende Verwertungspolitik, und liebe die Stadt dennoch heiß und innig: Hamburg hat ist für mich die große Welt, Hamburg hat mir gleichsam das wahre Leben geschenkt.


  • Lisa sagt:

    oh je, für so eine einseitige und oberflächliche sicht auf hamburg kann ich nur mitleid empfinden und bei dem ewig schwachsinnigen berlin-vergleich krieg ich per se das kotzen. wer beispielsweise ein wenig die hamburger subkultur rund um den glorreichen pudel kennen und schätzen weiß, der ist sich auch im klaren darüber, was für ein besonderes stück kultur wir hier haben. niemand zwingt einen dazu, sich bei den bonzen aufzuhalten – es gibt genügend yuppie-freie gegenden, wie beispielsweise das münzviertel, aber das kennt der „hamburger“ ja (gott sei dank) nicht. naja, aber wer sich ernsthaft über das hamburger wetter beklagt, ist sowieso kein richtiger hanseat. vielleicht kommt die tiefe, ehrliche liebe zu hamburg doch erst in der 4. generation?

    und überhaupt: hamburg ist vielleicht ein kleines dorf, aber eine große stadt! adieu.


  • Andre sagt:

    Gähn, langweilig.

    Statistiken besagen, dass Hamburg nichtmal zu den TopTen der verregnetsten Städte Deutschlands zählt. In Berlin pisst es mehr. Hier scheint so oft so geil die Sonne, das interessiert dann keinen. Wenn es regnet, heißt es Schietwettter, typisch Hamburg eben. Pah.

    Der Osten ist verödet? Schonmal da gewesen? Wie viele geile Flecken gibt es da?
    Überhaupt hat Hamburg überall kleine Orte, wo es einfach nur schön und ruhig ist. Mach dir mal die Mühe, die Kanäle langzuschlendern und dich auf den begleitenden Grünstreifen auszubreiten.

    Klar, sind die Hauptattraktionen voll. Weil die Touristen da rumlungern. Viele Hamburger entdecken doch ihre eigenen Lieblingsplätze. Und schlussendlich finde ich es nicht schlimm, wenn viele Leute wegen Michel & Co. in unsere Stadt kommen. Da drängel ich gern mal mit. Ist nur ein Zeichen, dass es da besonders schön ist.

    Na klar, du hast recht, vieles läuft (politisch) gegen den Baum. Aber wo nicht? Von welches Stadt behaupten dass die Einwohner nicht? Siehst!

    Du merkst schon, ich wohne gern in Hamburg. Weil es einfach die schönste Metropole ist. Und gerade weil es keine typische Metropole ist!

    Aber viel Spaß im restlichen riesigen Metropoleneinheitsbrei oder auffm Land, wo dir bald die Decke auf den Kopf stürzt…


  • Her Hippness sagt:

    Ein Krippenplatz kostet dreimal so viel wie in München?

    Heul doch! Um in Hamburg den Höchstsatz von 483 Euro für einen Krippenplatz (8 Stunden, also für Berufstätige) zu zahlen, muss man zu dritt (Eltern+Kind) ein Nettoeinkommen von >4000 Euro haben.
    Der Krippenplatz in München kostet 370 Euro für 8 Stunden – plus das Essensgeld von ca. 3 Euro am Tag, macht 60 Euro im Monat. Das kostet in Hamburg gerade mal 21 Euro. Und leider kriegt man den Platz in München auch nur, wenn man sich 1 Jahr vor der Geburt angemeldet hat. Wer wartet, bis sie schwanger ist, kann frühestens ab 2 Jahren mit einem Platz rechnen.
    Aber vielleicht ist Rechnen auch einfach nicht so wichtig, wenn man so voll authentisch in Essen oder so hip in Berlin wohnt.
    Berlin z.B. ist ja dafür bekannt, dass es da im Sommer bei kontinentalen 35°C so richtig schön ist. Da kann man sich dann in Mitte mit 8000 anderen den handtuchgroßen Park vorm Nola teilen. Und während wir hier auf Sonne warten, friert den Berlinern bei -20°C der Arsch ab – aber, hey, die Sonne scheint und nachts sind auch noch alle verstrahlt!
    Ach ja, und in Berlin muss man die Leute erstmal überreden, in den „anderen Teil“ der Stadt zu kommen – zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung gibt’s da Leute, die noch nie aus Kreuzberg oder Friedrichshain raus sind, geschweige denn schon mal Urlaub in Brandenburg gemacht hätten. Da können sich keine zwei Leute darauf einigen, wo man sich denn abends treffen will.

    Und in Hamburg? Da müssen sich die Linken tatsächlich damit auseinandersetzen, dass sie eine Minderheit sind, da muss man kämpfen für und um die Stadt, die man haben will. Da zahlen die Leute in den Länderfinanzausgleich ein und den Aufbau Ost gleich dazu, damit Berlin seine Armutsquote mit „arm, aber sexy“ schönreden darf und sich drei Opern leisten kann.
    Da darf man an der Elbe grillen und wird nicht von der Grillpolizei an der Isar verscheucht, damit die Bratwurstluft nicht in die OP-Räume der schicken Privatkliniken geblasen wird. Da ist man mit der S-Bahn schneller im Grünen als in Berlin im nächsten Stadtteil. Wenn sie denn überhaupt fährt in der selbsternannten einzigen Weltstadt Deutschlands. Da kann man innenstadtnah wohnen ohne was mit Politik zu machen oder Werbung (Berlin) oder Geld oder Werbung (Ffm) oder Autos oder Geld (Stuttgart).

    Fight or flee.



  • Es kann natürlich dennoch sehr einfach sein, Hamburg ganz OK zu finden. Es reicht zum Beispiel vollkommen aus, wenn man aus Lübeck kommt.


  • Rotten sagt:

    Hmm, da für mich ehemaligen Küstenbewohner alles südlich der Ostsee quasi Bayern ist (wobei es ein paar Enklaven gibt, die dennoch ganz OK sind ^^), ist der Unterschied zwischen HH, B und M kaum meßbar.

    Natürlich gibt es den Stadtteillokalismus, aber den gibt es auch in Lübeck, Bielefeld und Hintertupfingen, ja, selbst in kleinen Dörfern, wo man eben nicht „in der Neubausiedlung“ wohnt, bei den „Fremden“. Das Argument zieht nicht.

    Ja, die Politik der Stadt hat in den letzten Jahren ihren Größenwahn ausgelebt und nur Scheiße produziert. Warte, das kommt mir bekannt vor…Stimmt! ALLE Politiker, auf Bundes- wie Landesebene, haben in den letzten Jahren in dieser Art gelebt. Es handelt sich nun ganz sicher nicht um ein hanseatisches Phänomen, daß die parlamentarische Demokratie sich ihrem Ende nähert, befeuert durch die Raffgier und Machtfantasien ihrer „gewählten“ Vertreter. Hamburg hat zumindest inzwischen ein halbwegs taugliches Modell, um die eine oder andere Sache per Volksentscheid zu kippen. Frag mal die Bürger, ob sie die Elbphilharmonie wollen? Nein, wollen sie nicht. Auch die anderen Projekte wollte keiner. Hafen-City? Die Mieten kann keiner zahlen, warum sollte man da Wohnungen bauen? Neuer Jungfernstieg? Was ist da jetzt besser geworden? Von den „Grünen“, die mit der CDU koalieren braucht man wohl nicht weiter reden…

    Ich war schon in so einigen Großstädten, aber bisher konnte keine es mit Hamburg aufnehmen. Obwohl…Stockholm vielleicht. Das ist noch ein wenig schnuckeliger und offener. Berlin? Da krieg ich heute noch Kopfschmerzen von alle dem Beton. München? Vielleicht nicht so erzkonservativ wie der Rest von Bayern, aber zuviel Geschickse unterwegs. Oh, natürlich kann man ins Umland gehen…wie in Hamburg auch. Altes Land? Lüneburger Heide? Holsteinische Schweiz? Elbe rauf und runter? Verdammt grün hier, gemütlich, Radwege, Ruhe, Vogelgezwitscher. Und man kann da auch wohnen. Es fahren auch Busse und Bahnen in die Stadt.

    Es ist weniger die Stadt, die anders ist, es sind die Menschen. Wenn man von der Küste kommt, fühlt man sich von den ewig plappernden und impulsiven Hamburger natürlich etwas angegriffen. Kommt man von südlich der Elbe wundert man sich über diese grummelig-stummen Menschen, die kaum mehr als ein „Moin“ rauspressen. Man muß eben den Vergleich haben.

    Da man hier zumindest noch etwas Platt spricht, war die Umstellung nicht so hart. Es gibt auch Wasser und Schiffe und man wird nicht bei jeder Gelegenheit angequatscht. Die Nachbarn belassen es auch bei einem „Moin“ (wobei ich auch mit dem heimatlichen kurzen Kopfnicken ohne verbalen Austausch zufrieden wäre) und wollen nicht gleich ihre Lebensgeschichte ausbreiten. Braucht man Hilfe, wird geholfen. Fragt man, gibt es eine Antwort. Niemand drängt sich auf oder fordert gar Kompensation für Hilfsbereitschaft. Am besten zeigt sich das wohl an der Alster. Hier trifft man oft bekannte Promis, die einen Bummel machen, joggen oder einfach abhängen. Kein Hamburger käme auf die Idee, diese anzuquatschen, nach Autogrammen zu fragen oder sonstwie zu belästigen. Als sehr gewagt kann man es schon bezeichnen, wenn sich einer ein „Moin“ als Gruß anmaßt. Warum sollte man einen Menschen, den man nicht persönlich kennt oder mit dem man zumindest einen schwache Verbindung hat (wie bei Müllmann, Polizist oder den Blumenpflanzern vom Gartenbauamt) derart belästigen? Nee, das macht man nicht. Opa Hansen fragt Oma Hansen dann nur „War das nicht der Kerl aus dem Fernsehen?“ „Ja.“ „Mmm, dachte ich mir doch.“.

    Solange sich also die Menschen nicht verändern, kann ich Hamburg nicht schlechter finden. Es gibt bessere Orte auf der Welt, aber HH ist ein guter Kompromis für eine Großstadt. Ein Umzug nach München? Das ist Hochverrat!^^

    Rotten


  • Julia Witt sagt:

    Grossartiger Text.

    Julia Witt

    P.S. Ja, natürlich könnte man den angepasst auch über Berlin, München und jede Stadt schreiben

    P.S.2 Ja, natürlich müssen wir in Berlin Mitte auch aufpassen, dass wir nicht unsere Coolness, das Spontane, Kreative behutsam übergleiten lassen in genau diese Hamburger Selbstgefälligkeit, was „Feines“ zu sein… da ist Berlin noch entfernt, aber wenn schon die „Zitty“ über den neuen Dresscode schreibt, bin ich ganz unruhig…

    P:S 3: trotzdem ist es in Berlin schon etwas gaaaaanz andres und einfach Klasse !


  • Pöseldorfer Perlenketten-Elblette sagt:

    na dann mal ein letztes tschüß!


  • lesley farfisa sagt:

    diese stadt behandelt mich im moment auch nicht gerade besonders toll. schlechte job perspektiven, teurer, schwer zu bekommener wohnraum (und ich meine nicht nur die „üblichen stadtteile“), teure kinderbetreuung und ein teurer lebensstandard. die stadtplanung schert sich einen scheiss um die belange seiner bewohner, das einzige WELTWEIT bekannte aushängeschild, die reeperbahn, wird kaputtgespielt und glattgebügelt, sämtlicher kultur wird in den arsch gefickt.
    der kuchen scheint wenn auch noch nicht aufgegessen, dann doch wenigstens verteilt.

    ABER:
    genau da liegt die chance etwas neues zu schaffen. oder habt ihr schonmal von innovativer städtisch geförderter kunst/kultur gehört? ich nicht!
    die innovation liegt ja darin, ausgetretene wege zu verlassen und sich beim „durchs dickicht schlagen“ ordentlich beulen und kratzer zu holen. und JA, DASS IST SCHEISSE SCHWER!!!

    mit dem wetter hab ich übrigens kein problem, mit pinneberg & wandsbek ost auch nicht, die gibt es in/um jeder stadt, es gibt noch wesentlich schönere flächen als das rathaus/stadtpark/planten&bloomen (z.b. elbe/kiez/schwarze berge/botanischer garten), und so viele kleine parks wie in dieser stadt hab ich noch nirgends gesehen.

    FAZIT: da muss schon noch viel viel mehr passieren, damit ich meiner heimat den rücken zukehre.
    natürlich kann es sein, dass ich nach berlin oder sonstwohin ziehe, aber ich werde IMMER bei dem anblick der landungsbrücken eine träne der sehnsucht vergiessen!

    ersma, lesley farfisa


  • Gorch sagt:

    Einiges stimmt schon, wie der Michel verbaut wurde und Hamburg damit langsam das (parallel mit München) lange gehaltene Prinzip der vor dem Großbauwahn verschandelten Innenstadt aufgibt, oder wie der Innenstadtbereich um Eppendorf oder Eimsbüttel (eigentlich nicht mal Mitte) alles andere ignoriert.

    Andererseits ist da auch eine Schwäche, denn der Artikel vergisst selber einige Ecken, die zu HH gehören. Harburg, Bergedorf, sogar Altona. Ein „echter Hamburger“ wird jetzt zumindest bei den ersten beiden anzweifeln, dass die wirklich Hamburg sind – aber ist genau das nicht die Provinzgroßstädtigkeit, die angesprochen war? Und Umland? Sicher, der Speckgürtel im Norden hat einiges an künstlich gepumpten Schlafstädten, aber Stade? Lüneburg? Oh, sorry, falsches Flussufer, da fährt man nicht mehr hin.

    Aber das ist der emotionale Teil, und Liebe kann man nicht rationalisieren. Was aber die anderen Aspekte anbelangt, die sicher richtig sind (unfreundlicher Verkehr für alle außer Autofahrern, und auch für die – Ausnahme direkte Innenstadt, da ist man als Fußgänger gut aufgehoben; Kitaplätze u.s.w.), die stören. Aber meiner Erfahrung nach ist das in München (eine unbestritten schöne Stadt) nicht besser. Dennoch viel Vergnügen da. Und das Wetter, ja, das ist da besser.

    Aber ich persönlich könnte nicht ohne Wasser und richtige Schiffe in Reichweite, und da ist die Isar zu wenig. Dennoch gibt es auch am Wasser viele Städte, die sich lohnen, wenngleich viele auch außerhalb des deutschen Sprachraums sind.


  • Sanníe sagt:

    Wenn Hamburg so scheiße ist, was wollt Ihr eigentlich alle hier? Gebt Sie doch frei, die doofen Altbauwohnungen in all diesen viel zu coolen Innenstadtvierteln.

    @Thomas
    Das ist jawohl niedlich jetzt: Ein Nicht-Hamburger, der am Sonntagnachmittag mal schön an der Alster spazierengehen will und sich jetzt genau worüber mokiert? Daß es zu voll ist?? Ähm…


  • Rother sagt:

    Gähn –
    wie schön das ein jeder seinen persönlichen Frust irgendwo im Netz hinwerfen kann.
    Albern wird es wenn man mit einer Stadt in der Form „Du hattest irgendwann mal diese Idee mit der “Wachsenden Stadt” usw…..“ kommuniziert. (Kleinstädte darf man auch schon mal mit einem „Dudududu – das darfst Du aber nicht…“ zurechtweisen).

    Nein – eine Stadt hat keine Ideen. Politiker haben (leider) Ideen. Lobbyisten haben (leider)Ideen. Selbst Bankmanager haben (leider leider)Ideen. Aber eine Stadt? Daher sollte man seine Absonderungen auch an diese Klientel richten und nicht an „Du Hamburg…“ denn Städte werden (bestenfalls) von ihren Bewohnern geformt oder (schlechtensfalls) von temporären Lobby-Marionetten.

    Wie gesagt – gähn: Weil austauschbar und das wahre Wort von Hanns Dieter Hüsch wieder mal nicht beachtet worden ist: „Und auch zu meinen eigenen Worten fällt mir manchmal ein – es muss nicht sein – es muss nicht sein.“


  • Schleswig-Holsteinerin sagt:

    Der unschlagbare Vorteil an Hamburg ist, dass man Stadtteile und Lokalitäten wie in Berlin, München, Köln, Frankfurt, Duisburg oder wo auch immer finden kann (wenn man sucht) und die Wahl hat – in München gibt es halt nur Pöseldorf.


  • Hafenfreund sagt:

    Also, als Resortleiter Auto bei Spiegel Online wäre ich auch überall hingezogen, um den Job loszuwerden… Den Abschied kann man sich dann sicherlich schönschreiben. Viel Spass in München, einer wirklich schönen Stadt, das ist unbestritten. Und jeder soll dort glücklich werden, wo er leben möchte (und kann). Aber das modische „Hamburg bashing“ ist schon skurril. Typisch deutsch, würde ich sagen – so nach dem Motto: Beliebtheit ist verdächtig!


  • Violet sagt:

    @Schleswig-Holsteinerin: „in München gibt es halt nur Pöseldorf.“
    HÄÄÄH?


  • Ruediger sagt:

    Da ist viel wahres dran. Nur kann man den Text mit ausgetauschtem Städtenamen und anderen Problemen wohl nahezu auf jede Stadt anwenden. Fazit:überall gibt es Probleme, hausgemachte Probleme, nur reicht es nicht, sich darüber zu beschweren. Dich stört doch nicht wirklich die Stadt, sondern die Leute, die ihre Möglichkeit nutzen, ihren selbstgefälligen Willen durchzusetzen, um die Perle zu verhunzen. Wo willst du denn hin? Wo gibt es die nicht?

    Etwas zu lieben, ob Stadt oder Mensch, heißt nicht nur zu nehmen, man muss auch bereit sein zu geben, zu gestalten. Wenn du das nicht willst, wird dein „Hamburg“ dich überall einholen, du wirst es nie finden und bist auf der Flucht.

    Als ehemaliger Hamburger bin ich immer Hamburger geblieben. Ich liebe die Stadt und die Bewohner und nicht die, die Hamburg für ihre eigenen schrägen Ideen nutzen wollen. Hamburg hat einfach etwas, was andere Städte nicht haben. Ich weiß nicht einmal genau was es ist. Aber das hat die Stadt gemein mit den Menschen, die ich liebe.

    Das gute an deiner geäußerten Meinung ist, dass du viele wahre Punkte angesprochen hast. Ich meine nur, das deine Konsequenz die falsche ist. Die Energie, die du in deine Suche stecken willst könnte Hamburg besser gebrauchen, um „wieder“ zu dem zu werden, was du einmal geliebt hast.


  • Timo sagt:

    Es geht doch nicht darum, ob die Provinztouristen sich beim Schlagermove zuballern, es zu wenig abseitige Musikclubs gibt oder kreative Hornbrillenträger St.- Pauli-Fans sind.

    Hamburg setzt auf Größe und Tourismus, zu Lasten der Bürger. Öffentliche Fläche wird nur für Veranbstaltungen zu Verfügung gestellt, die überregionale Bedeutung ahben und mindestens 5000 Leute anziehen. Schlagermove, Hafengeburstag, Triathlon, Marathon, Cyclassics, usw. Was hat der Hamburger davon, ausser Krach und Umleitungen? Hamburg ist kein Disneyland, sondern eine Eventbühne. Das macht eine Stadt auf Dauer kaputt.


  • Tom sagt:

    Schwachsinn!


  • Alex sagt:

    Vergangene Woche war ich nach langer Zeit mal wieder in Hamburg, und dabei meinte einer der interviewten Forscher tatsächlich, dass das Hamburger Stadtklima erheblich von den Bergen im Süden der Stadt geprägt werde. Immerhin seien die 150 Meter hoch… Als Ex-Hamburger und mittlerweile (föhnverwöhnter) Münchner musste ich da doch schmunzeln. Willkommen im Süden!


  • Frank sagt:

    Ich vermisse hier die persönliche Anklage von Herrn Teherani und Herrn Walter, die die Stadt mit „Leuchttürmen“ zupflastern wollen und nicht begreifen, dass in der Regel um einen einzigen Leuchtturm herum ganz viel Land, Strand, Meer und Dörfer liegen. Baut man einen Leuchtturm neben den anderen ist der nicht mehr einzigartig. Und – viel schlimmer – es ist kein Platz mehr da für das Drumherum.


  • SelberNerd sagt:

    Thomas, komm noch mal schnell vorm Abflug bei mir im Lutherpark vorbei. Da ist es schön. Ehrlich.

    München ist ja tatsächlich sehr angenehm. Aber Berlin? Ernsthaft, das ist doch nur größer und nicht besser. Der wilde und kreative Bär tanzt doch nur um sich selbst.

    Und von einem alten Sumpfbewohner sei dir gesagt: Jede große deutsche Stadt hat ihr Pinneberg. Auch München.


  • JBK sagt:

    @Herr Hipness
    Vieles mag in HH besser sein, aber dass die Mieten innenstadtnah finanzierbarer sein sollen als in Berlin, ist in einem Kommentar, der irgendwo das Wort „Rechnen“ erwähnt, wohl schwierig zu vertreten.
    Selbst Wilhelmsburg wird gerade durchgentrifiziert…



  • Hihi nice! also ich bleib noch nen bissel, tanke Licht in Brasilien und trage zur Verbesserung der Kunden…ähh Bürgerzufriedenheit mit ganz eigenem geekigen Netzaktivismus, geBlogge und so bei – Jawohl!

    Das du Rahlstedt nennst ist wunderbar, da bin ich doch glatt großgeworden und weggezogen. MAch it jut meen Jung in Südeuropa und lass es dir gesagt sein: „Vermissen wirst du Hamburch schon nen bissel, ehrlich!“
    😉


  • Raoul sagt:

    im november über nieselregen zu meckern is auch ne kunst…herbst sieht in ganz deutschland so aus. und alle bürger sind provinziell und selbstgerecht? ja nee is klar. alle, und nicht etwa nur deine eine bekannte…und solche leute gibts auch nur in hamburg, klar! bis auf den teil mit der elbphilharmonie is der ganze text echt ganz schöner quatsch.


  • Walter sagt:

    Tscha,
    mir aus dem Herzen gesprochen.
    Ich bin geborener Hamburger, habe diese Stadt immer sehr geliebt.
    Mittlerweile ist sie unter die Räuber gefallen.
    Millionen Quadratmeter Büroraum in gesichtslosen Gebäuden stehen leer.
    Bezahlbarer Wohnraum- ist nicht.
    Wenn man über die Elbbrücken fährt, dann sieht man nur Baukräne, aber nicht die die etwas sinnvolles produzieren. Da wird Yuppietown hingebolzt.
    Und den ganzen Mist (Parkplätze für LKWs, ‚Logistigparks‘) werden, Stichwort „Metropolregion“ ins südliche Umland ausgelagert.
    Und die Politik? Die einst linkeste grüne Partei Deutschlands hurt mit der CDU herum die vorher mit Schill ins Bett ging.

    Nee, meine Perle ist Hamburg nicht mehr.

    P.S. Stadtpark, Vier- und Marschlande, Bergedorf, Marienthal sind tatsächlich schön.
    Das wird sich ja aber auch noch ändern lassen, oder?
    Und den auswärtigen Freunden allen Ernstes den Ohlsdorfer Friedhof als eine von Hamburgs größten Attraktionen anzupreisen, kommt irgendwie auch schräg…


  • Weggezogene sagt:

    Nach 10 Jahren in Hamburg bin ich wieder nach Bremen gezogen.

    Das Wetter ist in Hamburg gar nicht so schlecht, in Bremen ist es viiiiiiel schlechter, hier regnets dauernd.

    Aber ein stimmt: Hamburg ist elendig eingebildet und großspurig.
    Kaum scheint mal die Sonne, steht das im Abendblatt auf der Titelseite, als ob Hamburg den Sonnenschein erfunden hätte.
    Hamburg verleibt sich Prominete ein, die dort mal gelebt haben oder zugezogen sind und gibt damit auch an.

    Das hat mich immer sehr gestört: kein hanseatisches Understatement, sondern angeberisches Getue!


  • Inkognitow sagt:

    Tut mir leid Leute, nicht alle Städte sind gleich und in Berlin gibt es DIESE Probleme definitiv nicht. Berlin ist vielseitig und viel größer, viel Mist aber auch viel viel Fantastisches. Hamburg ist dagegen nur noch Muff. Ich habe 10 Jahre dort gelebt und Szene,Theater, etc pp besucht. Das war in den Neunzigern. Wenn ich heute hinkomme, langweile und ärgere ich mich.

    Dem Autor des tollen Artikel möchte ich sagen: Nimm Dir das Gemecker hier nicht zu Herzen, das schreiben Typen, die keine Kinder haben, die diese Probleme nicht kennen und nicht begreifen, weil sie diesen Punkt noch nicht erreicht haben. Die werden sich noch wundern!


  • DasND sagt:

    Ja, verzieh dich… geh bitte, sag niema’m das Du hier warst! Wenn du Ruhe und Beschaulichkeit willst, wohn in nem Dorf! Großstädte sind alle gleich scheisse, Pech gehabt. Weder London, New York noch Paris sind besser, nur größer, teurer und voller! Und ganz ohne Wasser (bis auf sone Kloake die durch London fließt) und kein Grün. Und in Münschen sind die Leute fett und tragen das ganze Jahr Kostüme, trinken trübes Bier und reden koamisch.. viel Spass da 🙂


  • Heino sagt:

    Zitat:
    „Eher freue ich mich, mal eine von den anderen zu sehen. Berlin etwa, die viel aufregender ist als Du.“

    HAHAHAHAHA….steht da wirklich BERLIN???? HAHAHAHAHAHAHAHA!


  • Fleetmaus sagt:

    Moin,

    ich muss mal meinen Senf dazugeben.

    Ich habe sowohl in Berlin als auch in Hamburg gelebt und habe mich letztendlich für Hamburg entschieden. Wir wohnen im Südosten (Bezirk Bergedorf) und gerade die Vorwürfe mit der kinderfeindlichen Stadt kann ich nicht nachvollziehen.

    Wer in Hamburg keine Kita findet hat sich wohl bei der Wahl der Wohnung nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, ob man in eine familienfreundliche Ecke zieht. Hier sind Kindergärten und Schulen an jeder Ecke. Und wer in Hamburg 500 EUR für einen Kita-Platz zahlt, der verdient auch entsprechend, denn letztendlich wird der Elternbeitrag am Gehalt der Eltern gemessen. Ich habe lange Zeit für eine 10-stündige Betreuung nur 77 EUR im Monat (inklusive Essensgeld) bezahlt. Und ganz ehrlich? Für eine gute Betreuung bin ich auch bereit gutes Geld zu zahlen!

    Und wenn Hamburg wirklich so Scheiße ist, dann frage ich mich ernsthaft wieso die Stadt wächst ohne Ende.

    Der Artikel kommt mir eher so vor, als wollte sich der Autor den Weggang von Hamburg schön schreiben. Das habe ich neulich schon mal erlebt bei einem Freund, der mit der Familie aus Hamburg wegziehen musste. Plötzlich war an Hamburg nichts mehr gut. Alles zu teuer, nicht familienfreundlich und überhaupt Mist. Die Frage ist, wen man damit überzeugen will. Sich selbst oder die anderen…

    Wie andere schon sagten: Probleme gibt’s überall in deutschen Städten. Ich lebe gerne hier und Gott sei Dank ist es schon auf Grund meiner beruflichen Situation nicht möglich, mich geografisch zu verändern.

    Grüße vom Fleet


  • ben_ sagt:

    Als Bielefelder, der vier Jahre in Hamburg gearbeitet hat und just gerade nach Berlin (Rixdorf) gezogen ist, kann ich sagen: Ich fühle mich hier nach vier Wochen schon wohler als ich mich in Hamburg in den 4 Jahren je gefühlt habe.

    Und das hat ziemlich viel mit bezahlbaren Mieten zu tun. Weniger für meine eigene Wohnung als mehr für all die netten Läden, Bars, Cafés, Galerien und Projekte, die in Hamburg nie die Miete aufbringen könnten. Wenn ich in Hamburg in einen Laden gehe, dessen Einrichtung aus gebrauchten Sofas besteht, kann ich mir sicher sein, dass die irgendein Interior-Lead-Designer aus New York hat einfliegen lassen.

    Und was das beeindruckendste ist: Nichteinmal die Weite Schleswigholsteins muss man hier vermissen. Das Tempelhofer Flugfeld ist wir die Nordsee ohne Meer. Echt jetzt.


  • textexter sagt:

    „Bielefeld-Blog“ hat Dir soeben ein verbales Denkmal gesetzt!


  • Thomas sagt:

    @Sanníe: Glaub mir, es ist nicht ganz so trivial, touristenperspektivisch wie du denkst. Hatte gestern keine Zeit, ausführlicher zu erläutern, was ich meine. Und jetzt auch nicht. Gebe zu, daß man es dann lieber gar nicht erwähnen sollte und hab deshalb Verständnis für deinen Kommentar. Unter’m Strich ist wichtig, daß ich den Beitrag hier sehr gut nachvollziehen kann und nicht ganz so explizit wie hier formuliert in den letzten Jahren ganz ähnliche Gedanken hatte.


  • Mike sagt:

    Keine eine Stadt ist perfekt, aber als 32-jähriger Hamburger hinterfrage ich mich schon länger, warum Hamburg eigentlich so toll ist? Unsere Reeperbahn, auf welcher man echt Spaß haben kann – wenn man nicht angekotzt, abgestochen oder abgezockt wird. Und das Rotlichtviertel immer schöm romatisieren und nicht Fragen, welches Leid und Gewalt hinter den Türen verborgen ist. Der reiche, arrogante Speckgürtel ist ebenso arrogant, heuchlerisch und rückgratlos, wie der ach so alternative Mittelteil der Stadt. Ach, ich könnte den ganzen Abend schreiben, aber ich habe keine Zeit 😉



  • Nur „Sumpfgebiete“ rund rum? Ich weiß, es ist schwierig, wir hatten das Problem auch, als wir von München hierher zogen. Man muss genauer hinschauen, es ist nicht so eine Brachialschönheit wie im Alpenvorland beispielsweise. Um unseren Frust zu bewältigen haben wir unsere Ausflüge gesammelt und berichten seit 2008 darüber im blog Out of Hamburg (www.outofhamburg.de). Das hilft uns und anderen 😉


  • Zahnwart sagt:

    @ paracuda: „Für Menschen, die kein Indiepopelektro hören wollen, ist das Programm nämlich fürn Arsch. Kaum bis kein Metal mehr …“ Kein Metal mehr! Schande über Hamburg! Wenn das wirklich stimmt, dann muss es ja übel in meiner Stadt aussehen!

    (Aber eigentlich stimme ich dem Autor von Herzen zu: Hier passiert einiges, was nicht gut ist, die Stadt gibt auch mir immer mehr das Gefühl, eigentlich nicht gewollt zu sein. Allerdings geht das Argument ein Stück weit ins Leere, wenn stattdessen München als positives Gegenbeispiel ins Gespräch gebracht wird, ich meine, München! Wo man noch nie gewollt war!)


  • nicky sagt:

    Geiler Trollversuch, ich geb 7/10. Sitzt in seinem Hafencityloft und schnackt erstmal los.


  • Helge sagt:

    Erstaunlich, ich hätte meinen Abschiedsbrief an Hamburg GENAU SO geschrieben (bin Anfang 2009 nach Berlin gezogen). Das wirklich Schlimme: Hamburg war einmal, im Gegensatz zu München, eine schöne, coole, junge Stadt mit kreativen Menschen und bunt gemischten Stadtteilen, doch die Durchsortierung der Stadtteile und Eppendorfisierung bzw. Düsseldorfisierung der Stadt haben dem Flair der Stadt unreparierbare Schäden zugefügt! Und: Das hanseatische Understatment ist einer unerträglichen Dicke-Hose-Attitüde gewichen, die Menschen nur noch nach ihrem Einkommen und ihrer Wohngegend (!) einsortiert. Und das ist eine HAMBURGER Unart, in Berlin käme niemand auf die Idee, in Lokal-Patriotismus auszubrechen oder auf seinen Kiez/Stadtteil stolz zu sein. Worauf auch? Auf 1000 Euro Miete für 2 Zimmer mit Balkon? Unerträglich und besonders auffällig, wenn man mal wieder zu Besuch in Hamburg ist. Solange sich das nicht ansatzweise ändert, ist Hamburg für mich keine Option mehr.


  • Alex sagt:

    grölen schreibt man ohne „h“….. Nur mal nebenbei: Jemanden, der den Stadtpark, den Rathausmarkt und Planten und Blomen als schönste Hamburger Stätten betrachtet, kann ich nicht ernst nehmen! Das sagen meine Bekannten aus Bielefeld auch immer…..


  • Alex sagt:

    ach, aber eines noch: was mich echt aufregt ist dieses Gefasel von wegen, Berlin sei so hip und toll, billige Mieten etc.
    Das ist doch ein Märchen! in den „angesagten“ Stadtteilen Berlins explodieren die Mieten gerade – viele Künstler gehen schon nach Leipzig. Und Berlin bekommt hinten und vorne Mittel aus dem Länderfinanzausgleich UND Hauptstatdmittel, die Opern werden mal eben für zig Millionen vom Bund mitsaniert…und dann meckern, wenn HH auch an der Kultur sparen muss….denn HH muss ja IN den Länderfinanzausgleich einzahlen.
    Um noch eines klar zu stellen: Ich finde die Politik der CDU in HH total scheiße, aber so eine Pauschalschelte bringt auch nichts. Ist ja im Moment Mode. Aber das gibt sich wieder, auch der hype um Berlin wird abebben, dann wird wieder Köln hip und München und Hamburg. So wars schon immer…


  • Nils sagt:

    Das ist zu hart, wirklich. Klar gibt es vieles, was nervt – mich übrigens andere Dinge, da ich von der Kita-Thematik keine Ahnung habe. Bahnen könnten nachts fahren, das Nightlife aufregender sein, Mädels weniger langweilig und schlunzig, das Wetter natürlich besser! Aber ausgerechnet MUC als Alternative zu nennen, geht schief. Das Wetter ist übrigens dort NICHT besser (das ist ein Mythos), die Mieten noch teurer und – sorry for being politically uncorrect – die Bewohner einfach nicht meins. Zwei Jahre da gewesen, es hat nicht funktioniert. Die einzige Alternative zu Hamburg wäre Berlin, aber dort würde mich zu viel nerven. Es ist ja nie perfekt – aber HH am dichtesten dran. Just my 5 Cents 🙂 (P.S: I know Rahlstedt pretty well 😉


  • oLi sagt:

    Tom, in meinem bisherigen Leben habe ich gelernt – zu einer gescheiterten Beziehung gehören immer ZWEI. Du rechnest hier mit Deiner alten Liebe gnadenlos ab und am Ende stellt sich mir nur die eine Frage: WAS, VERDAMMT NOCH MAL WAS hast Du dafür getan, dass es zwischen Euch wieder besser läuft. Jeder verlassenen Frau würde ich sagen, vergiß dieses Arschloch. Der Typ is ne ganz arme Wurst. Davon laufen ist FEIGE, man muß die Probleme LÖSEN !!!!!


  • Michael Küster sagt:

    Das schöne an Hamburg ist, dass man alles findet. Es gibt die geleckten gegenden genauso wie die Schanze. Was die Politik und der Lobyyismus zur Zeit daraus macht, ist wirklich nicht schön. Auch hohe Mieten und wenige Kita Plätze nerven. Aber ich könnte den ganzen Tag auch über positive Aspeckte wie die Menge an Wahrzeichen, unterschiedliche, wechselnde Unternehmensmöglichkeiten (ja, auch Feste sind für Hamburger interresant) und die eben nicht so große Stadt (Mobilität und mehr, größere Menschenmassen) reden.
    Gut finde ich, dass jeder das jeder das machen kann was er will. Wenn Tom Hillenbrandt das was er sucht hier nicht findet, soll er weitersuchen. Viel Glück dabei =)



  • Also ma ehrlich ….

    wenn es eins gibt, was Hamburg nicht attraktiv macht sind es die Hamburger!

    Überall wo es pulsiert und kreativ ist, sind doch HÖCHSTENS 20%
    dieser Stadtrandgruppe zu finden.

    Hamburg is großartig wegen der Offenheit und der Mischung.
    Aber das is St.Pauli und Co, und da hat „der Hanseat“ kein Mitreden.

    Geh ruhig. Gefällt mir.


  • Toddi sagt:

    Ich bin geborener Hamburger und ich liebe meine Stadt. Der Text will doch nur provozieren. Den Text kann man wirklich auf jede Großstadt „kleben“. Überall ist Fortschritt, Umstrukturierung und Neugestalltung, jede Stadt (ich würde sogar sagen „auf der ganzen Welt) versucht doch zu focusieren und geliebt zu werden.
    Und wenn „Tom Hillebrand“ König einer Stadt wäre, würde er es genauso machen, er würde doch auch dafür sorgen, dass alle seine Stadt lieben und ihn besuchen kommen…. Also was soll der ganze FIRLEFANZ??????
    Der soll man nach Gera, Bitterfeld oder nach Posemuckel ziehen, da ist einmal die Woche Kino ( Rocky I oder vom Winde verweht), Dorffest wenn ein neuer Fahrradständer eingeweiht wird, die Frauen bekommen vom Dorffriseur Dauerwele, Kirche Klingelbeutel und alle 10 Jahre treten da mal “ Die Hellwigsister“ auf. Da ist die WELT in Ordnung ! ? ! ?
    Warum mögen den so viele Deutsche – Hamburg – , weil es soooo schei… hier ist ??????? Komisch
    Nee Nee , der soll bleiben wo der Pfeffer wächst, ich kann sollche Typen nicht ab, die wollen sich nur interessant machen !!!!!


  • Laurent sagt:

    HIer meine Meinung als Franzose:

    Es gibt leider keine richtige Metropole in diesem Land.

    Berlin ist hässlich, schräg aber provinziell und oberflächig,, hat aber ein Tolles Nachtleben. Toll für Erasmus-Studis aber kaum zu ertragen als Erwachserner Mensch. Die Stadt lebt mittlerweile vom Dauerturismus.

    Hamburg kann kalt und überheblich sein, hat aber wahrscheinlich die urbanste Mentalität – wg. des Bürgertums und der vielen Intellektuellen. München … Na ja, dazu sag ich lieber nichts…



  • Erstaunlich, dass sich hier in den Kommentaren genau das wiederspiegelt, was im Text schon erwähnt wird: „So sind sie, Deine Bürger, provinziell und selbstgerecht. Halten ihre Stadt für den Nabel der Welt. Dabei ist sie nicht einmal der Nabel der Republik.“.

    Hier brennt er wieder auf – der ewige Streit um die beste, tollste, größte Stadt.
    Und meistens nicht sachlich, sondern mit viel eingeschnapptem Hochmut dabei. Und wenn man sich die Kommentare hier mal anguckt, so sind diese Kommentare doch hauptsächlich von den Hamburgern verfasst.

    Ich bin selber vor gut 1 1/2 Jahren nach Hamburg gezogen – von wo ich komme ist so weit erstmal nicht interessant.
    Trotzallem erfüllt diese Stadt meine Erwartungen nicht – und gewissen Erwartungen darf ich doch haben, wenn sich eine Stadt Metropole oder Großstadt nennt.

    Die Redewendung „Ich gehe noch in die Stadt“ existiert erst in meinem Sprachgebrauch, seit ich hier wohne. Erschreckend, dass die einzelnen Stadtteile so wenig Eigenleben haben, sodass sich doch wieder alles auf diesen kleinen Kern konzentriert. Ich finde es schön, und in kleineren Städten wie Nürnberg, Gera oder sonst einer Stadt erscheint mir das auch logisch – hier in HH nervt es mich ausgesprochen. Wie kann es sein, dass lediglich die Schanze und St. Pauli (was ich als Einwohner komplett meide) eine persönliche Note haben?

    Und das ist nur ein Punkt. (Der Rest summiert sich aus vielen kleinen Mankos)

    Und wenn ich das mal sagen darf – es kotzt mich so an, mein Empfinden ständig verteidigen zu müssen.
    Ich kann nichts dafür, dass es zwischen mir und HH nicht gefunkt hat!! Wirklich – und ich habe der Stadt eine Chance gegeben. Aber wieso lässt einem hier denn keiner seine Meinung?? Man plärrt sie ja nicht raus. Trotzdem kommt immer dieses „Wie kannst du nur?? Hamburg ist die schönste Stadt“ blablabla – und jeder Hamburger fühlt sich persönlich angegriffen. Ich kenne keinen anderen Großstädter, der eine Meinung soo persönlich nimmt und die Person dadurch so runterbuttert – das ist ein Hamburger Phänomen.
    Ich finde, gerade eine Metropole, die „offen und multikulturell“ ist, sollte sowas mit nem Lächeln wegstecken können – SCHADE!!


  • wigger sagt:

    Ihr Zugezogenen. Könnt wieder gehen. Macht Ihr ja auch. Gut. Hamburger reden nicht über Hamburg. Das machen andere, oder Zugezogene die beim Radio oder Stadtmagazinen arbeiten und ausser Eimsbüttel der Schanze nichts von Hamburg kennen.


  • Enrico sagt:

    Nicht ganz meine Schreibe, aber danke für den Artikel.
    Wir werden nach zwanzig Jahren in HH auch wegziehen, das ist alles nicht mehr auszuhalten.
    Die Erhöhung der KITA und Hortgebühren bricht uns finanziell das Genick.
    Für den Tourismus wird alles gemacht, für die Bürger nichts.


  • Salomon sagt:

    Das hier vermisste „Hanseatisches Understatement“ wäre nach meinem Verständnis, nachdem man vergeblichst alles versucht hat, seiner verflossenen Liebe zum Abschied alles nur erdenklich Gute zu wünschen anstatt ihr noch mal den ganzen Dreck öffentlich um die Ohren zu klatschen. Trotzdem möchte ich Euch zu der offensichtlich fälligen Entscheidung beglückwünschen.

    Hamburg war immer schon scheiße. Genauso wie Berlin, München, Paris, New York, oder Bangkok. Und doch bin ich immer wieder wahnsinnig froh und fasziniert, wenn ich in eine dieser Städte komme. Dass Freundinnen in diesen Städten davon überzeugt sind, in der derbsten/krassesten/schönsten/etc. Stadt überhaupt zu leben ist optimale Voraussetzung für eine gute Zeit! Die Politik gehört, in jeder der genannten Städte, vehement kritisiert und bekämpft, das ist auch klar.


  • Wahr und falsch sagt:

    Seien wir doch mal ehrlich. Der gesamte Artikel ist irgendwie verlogen und ehrlich zugleich.

    Ja auch ich nenne meine Geburts- und Heimatstadt (und mein Großvater war kein Hamburger, ich bin also per Hamburger Eigendefinition kein echter, sondern kann maximal der Großvater eines echten Hamburgers werden) liebevoll die „schönste Stadt der Welt“. Und voller Begeisterung singe ich „Hamburg meine Perle“ – mindestens jede 2. Woche im Stadion (in dem ich genau jetzt sein müsste, ziemlich genau in diesem Moment steht mein Nachbar mit meiner Dauerkarte im Stadion und singt dieses schöne Lied).
    Warum? Nun ich habe keinen Babysitter. Meine Frau hat schon lange Feierabend aber…. von ihrem Arbeitsort Rahlstedt bis zu unserem Wohnort Rissen dauert es normalerweise nur eine knappe Stunde. Aber die Stadt musste ja kurz vor Frostbeginn in sämtlichen Ringstrassen, Ost-Weststrassen und so ziemlich allen anderen Hauptstrassen zeitgleich Baustellen eröffnen.
    Ich habe mittlerweile eine Gesamtfahrzeit zur Arbeit und zurück von 3 Stunden – und ich arbeite in der Stadt, in der ich lebe. Öffentliche Verkehrsmittel wären schön, die Firma beteiligt sich an der Fahrkarte – nur wie? Mit dem Bus zum S-Bahnhof bedeutet, einen Bus früher zu nehmen (gerne fällt einer aus oder der Bus kommt 5 Minuten zu früh, der Folgebus 5 Minuten zu spät), dann in die wunderbare S-Bahn, die einmal Quer durch die Hamburger Touristenorte fährt – bis hin zum Flughafen. Allerdings nicht in die Arbeitorte City Nord, Alstercity, City Süd, Bramfeld, etc. pp. Also heißt es umsteigen. Die Anschlussbahn steht oft am selben Gleis, leider bleibt öfter mal der ganze ÖPNV stehen. Vom Endbahnhof dann den nächsten Bus. Hier verfolgt der HVV die Regel: Wenig Fahrbusse=Gelenkbus mit 100 Sitzen / Viele Fahrgäste: 5sitzer (inkl. Fahrersitz)
    Oder man fährt mit dem Fahrrad zum S-Bahnhof. Man braucht 2 Fahrräder – für Start und Zielbahnhof, denn im Pendelzeitraum sind Fahrradmitnahmen verboten und dagegen nachts fahren fast keine öffentlichen Verkehrsmittel. Kindergärten werden verklagt, geschlossen, verjagt. Museen werden wegen Bauarbeiten für immer geschlossen. Sporthallen in der selbsternannten Sporthauptstadt sind für Betriebssportgruppen genauso leicht erhältlich wie Millerntorkarten für St.Pauli Fans – nämlich gar nicht. Man hat dafür unzählige Sportvereine, HSV und Pauli, Freezers und Concordia….. guuuut ohne Mediale Hilfe wäre der DSC schon weg vom Fenster (DAS hat Hamburg übrigens mit Bielefeld gleich, einen notleidenden DSC. wobei mir als Rautenträger die Arminen natürlich deutlich näher sind, als ein Verein aus Dulsberg, der von dem „St. Pauli Radiosender Nummer 1“ am Leben erhalten wird) und natürlich interessiert sich keiner für das Schicksal von Altona 93, Paloma, Urania oder die Uhlenhorster Adler…. brauch man ja nich, wir haben ja Pauli und Hasvau…. soweit zur „Sporthauptstadt“. Am meisten könnte ich über die Kinderunfreundlichkeit sagen – wurde hier aber alles schon richtig erwähnt. Naja fast alles – viele Bahnhöfe haben immer noch keine Fahrstühle für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Hat Jungfernstieg mittlerweile einen? Ich glaube nicht.

    Und dennoch liebe ich diese Stadt. Warum? Weil wir die Bürger haben – nicht die hanseatischen Pfeffersäcke, die ihren „Ka-rah-mell-mack-i-a-to“ trinken, sondern die tausenden unterschiedlichen Bürger, die verschiedenen Geschmäcker, die vielen bunten Seiten und die unveränderten Stadtteile. Man sieht HH nämlich immer noch an, dass es aus etlichen Dörfern zusammengeschlossen wurde. Es gibt hier eben alles – die prügelnden Polizisten wie es einst Herr Ness erfahren durfte wie den freundlichen Wachtmeister von nebenan, der sogar in Barmbek noch alle Hausmeister mit nahmen kennt.
    Es gibt die tollen Events für Touristen UND Einheimische, den Elbstrand, die Parks, das Nachtleben (eben auch z.B. in Ottensen), viel Wald, gemütliche unbekannte Bars und Kneipen, kleine Theater, Indoor-Kinderspielplätze, Beachclubs an echten Ständen, viele Sportveranstaltungen und Stadtteilfeste. Und auch ganz andere Sportvereine – begonnen beim Fussballverein der JVA Fuhlsbüttel bis hin zum Verein der Afghanischen Minderheit.
    Was ich nur sagen kann: Es gibt vieles zu bemängeln, ja! Aber unterm Strich ist das meiste einfach toll, einfach schön hier. Man kann Hamburg lieben selbst wenn man es nicht will.


  • Umgezogener sagt:

    Also, ich bin nach einem Jahr in München dort wieder weggezogen und kann viele der positiven Vorurteile über diese Stadt nicht teilen. Schicki Micki ohne Ende, BWLer an jeder Ecke, und die überlaufenen Bergwege am Wochenende sind mit Glück in einer Stunde Autobahn zu erreichen. Ansonsten viel Grau, und abgesehen vom völlig überlaufenen Englischen Garten auch nicht viel Grün in der Innenstadt. Das ist ähnlich wie an der Außenalster, wo auch jeder Hinz und Kunz die Erholung sucht. Übrigens ist man von Hamburg aus in einer Stunde an der Ostsee, bestimmt nicht schlechter als am Chiemsee. Und Hamburg hat deutlich mehr linke, alternative Kultur. Die kann ich in Minga mit der Lupe suchen. Insgesamt finde ich: Es gibt kleinere Großstädte in Deutschland, die sind viel schöner sind, und man ist auch schneller im Grünen.


  • jan jansen sagt:

    Kann man hamburg lieben ohne berlin zu hassen? Hat Regenwetter eine auswirkung auf das bruttosozialglück? Bedrohen kaffeebarone und alsterschnepfen meine persönliche integrität? Kann man ihn denken – den paarungsbereiten, amüsiersüchtigen großstädter, der nicht borniert ist? Warum ist die forderung, die reeperbahn endlich in einen riesigen kleintier-streichelzoo umzuwandeln, so unpopulär, obwohl diese maßnahme dafür sorgen würde, dass die zahl der körperverletzungen mit tödlichem ausgang drastisch reduziert wird? Ist berlin deshalb so unsexy, weil man dort auch wieder nicht das findet, von dem man schon damals in hamburg nicht wusste was es ist, was man aber nichtsdestotrotz leidenschaftlich vermisst hat?
    Fragen über fragen.
    Bitte keine antworten mehr.


  • mia meyer sagt:

    geh nicht. bitte. es wäre ein literarischer sonnenstrahl weniger in dieser verregneten und dennoch so wunderschönen stadt…


  • Erwin sagt:

    Normalerweise bin ich nicht gerade der Kommentarschreiber, aber hier möchte ich doch mal meinen Senf dazugeben. Vorab: ich bin Hamburger. Zumindest fühle ich mich so. Ich bin zwar „nur“ im „umliegenden Sumpfland“ geboren und aufgewachsen, habe später aber – nach einigen erfolglosen Abstechern in verschiedene andere Städte – die meiste Zeit meines Lebens in Hamburg verbracht. 10 Jahre davon in der ach so hippen Neustadt, zuletzt in Altona (-Nord!).

    Ich frage mich warum diese Diskussion nicht ein bißchen weniger emotional geführt werden kann. Warum finden sich in den Kommentaren so viele unsachliche und meiner Meinung nach unangebrachte Bemerkungen? Ich stimme Tom im übrigen nicht zu. Aber jeder muss doch sein eigenes Leben führen, seine eigenen Entscheidungen treffen. Das ist imho zu respektieren ohne sich dazu aufgefordert zu fühlen unreflektiert rumzublöken.

    Ich lebe jetzt seit ziemlich genau 15 Monaten nicht mehr in Hamburg und möchte gerne so bald wie möglich wieder zurück. Die angesprochenen Probleme kann man sicher nicht wegdiskutieren, dennoch weiß ich, dass HH für mich eben doch der Nabel der Welt ist. Das können und sollen andere durchaus anders sehen. Wäre doch schrecklich wenn alle der gleichen Meinung wären. Was im übrigen am meisten an diesem Thema nervt, sind diese merkwürdigen und überflüssigen Großstadt-Rivalitäten (nach dem Motto: „mein Berlin ist aber viel geiler, größer, cooler als dein Hamburg, München, Köln, whatever…“). Auch für mich ist Hamburg die schönste Stadt der Welt. Sie ist und bleibt eben meine Heimat. Ich mag aber auch Berlin oder Köln. Nur leben möchte ich am liebsten wieder in HH.

    Trotz allem gefällt mir der Artikel irgendwie, auch wenn ich Toms Konsequenz nicht folgen kann. Muss ich ja aber auch nicht, ist nicht meine Tasse Tee. Tom, ich wünsch Dir alles Gute für München und nimm Dir diese überflüssigen Angriffe nicht zu Herzen. Aber das wirst Du wohl auch nicht.

    Ahoi.


  • Exilhauptstätter sagt:

    Armer Jan Delay!
    Da reimt doch gerade der Vorzeige-Hamburger in seinem Lied KARTOFFELN so hübsche Texte, wie: „Gib mir gutes Radio … gute Clubs und ein paar fähige Idole, gib mir das alles, Digger, und wir können wetten, in 20 Jahren mach ich dir aus Bielefeld Manhattan.“

    Und wat is daraus geworden? Nüscht von alledem! Na ja, es geht ja schon los damit, dass es in HH kein gutes Radio und noch nicht einmal eine brauchbare Tageszeitung gibt und das in der MEDIENSTADT Hamburg. Die fähigen Idole wandern ebenfalls in Scharen ab, vornehmlich in Richtung Hauptstadt (auch darüber singt Jan Delay) und was zurückbleibt ist mittlerweile eine dröge, gentrifizierte Wohlstandsgesellschaft.
    Abgesehen vom Drain der Kreativen hat die Stadt an der Alster aber noch einen weiteren riesengroßen Nachteil: Nämlich ist die Alster selbst!
    Dadurch, dass fast 200 Hektar im Innenstadtbereich durch das Aufstauen der Alster geflutet wurden, gibt es viel zu wenig bebaute Fläche in der Innenstadt. Um die Alster herum gibt es ausschließlich Büros und Einkaufsmeilen aber keinen bezahlbaren Wohnraum. Deshalb machen es die Hamburger nämlich genau verkehrt rum, sie wohnen am Stadtrand und fahren in die Innenstadt ins Grüne bzw. ins blaue. Wenn dann am Wochenende die HH-Vorstädter nebst Touristen ihre Innenstadt besuchen, kommt logischerweise kein kosmopolitischer Spirit auf. Alle sind irgendwie nur zu Gast, keiner ist in seinem angestammten Kiez verwurzelt, so wie es z.B. in Berlin Gang und Gäbe ist. Daher auch die Bielefeldisierung von Hamburg, weil sich das Leben in Rahlstedt, Farmen & Co. nicht allzusehr von Bielefeld-City unterscheidet.
    Ich finde es sehr schade, weil wir Berliner immer glauben, HH ist die einzig wahre Alternative zu Berlin … dem ist leider nicht so!


  • medha sagt:

    Enttäuschte Liebe ist meist eine Folge unrealistischer Erwartungen. Und: egal wo man hingeht, man nimmt sich selbst immer mit.


  • Doc sagt:

    Er spricht mir aus der Seele. Ich habe innerlich bereits auch mit HH abgeschlossen. Wäre mir früher nie in den Sinn gekommen. Aber Hamburg hat es echt vermasselt. Wer jetzt meckert, dann geh doch woanders hin, dem soll gesagt sein, daß es nicht darum geht, eine andere Stadt besser zu finden, sondern zu bemängeln, was Hamburg anscheinend eben nicht mehr ist. Es ist eben nicht mehr das Hamburg, das Heidi Kabel mal besungen hat. Nicht mehr das St. Pauli, das die Seeleute so gut fanden. Hamburg hätte vielleicht, aber auch wirklich nur vielleicht, das Zeug für eine Weltstadt gehabt. Aber wer nur mal mit dem Bus durch London oder Paris gefahren ist, weiß, wie eine Weltstadt aussieht. Hamburg hat tolle Ecken, keine Frage, aber wo ist denn bezahlbarer Wohnraum, wo sind die Kitaplätze für arbeitene Eltern? Er spricht genau diese Punkte an und ich gebe ihm Recht. Wer braucht eine Millionenteure Elbphilharmonie. Hamburg ist in Wirklichkeit sehr provinziel geworden. Aber gibt es eine Alternative? Bestimmt. Wer jetzt auf München schimpft, weil dort ab 23 Uhr Zapfenstreich ist, dem kann ich auch nicht helfen. Macht das eine Stadt aus, wie lange ich dort „saufen“ kann?
    Wir Hamburger sind Muffelköppe, maulfaul und engstirnig, keine Frage. Es gibt nettere Zeitgenossen. Und ich gehe auch nicht nach München oder zB. Bielefeld, wo immer das liegen mag, aber ich kehre dem hamburger Boden demnächst bewußt den Rücken und gehe nach SH oder Niedersachsen. Nicht in eine andere Stadt, aber definitiv raus aus Hamburg. Die Perle hat ihren Glanz verloren.


  • JN sagt:

    UND TSCHÜSS! =)

    Aber komm bitte nicht weinend zurück, wenn du nach diversen Weißwürsten, Lederhosen, Currywürsten, Kodderschnautzen und all dem anderen Mist feststellst, dass Hamburg die schönste Stadt der Welt ist.

    http://www.abendblatt.de/hamburg/article1521140/Lebensqualitaet-Hamburg-haengt-alle-Staedte-ab.html
    http://www.investornet.de/?p=79 / Hamburg vorn bei Umzügen
    http://www.ad-hoc-news.de/schon-hamburg-beliebt-wie-nie-im-august-erneut–/de/News/20620791

    Du armer Pinsel.


  • nicht erforderlich sagt:

    Ich finde es einfach nur peinlich! Wahrscheinlich verkauft er zu wenig Bücher und will einfach nur mal in Gespräch kommen.
    Natürlich hat Hamburg ein paar Ecken, die nicht so schön sind! Aber andere Städte schließlich auch!
    Keine andere Stadt hat in der Innenstadt ein so großes Binnengewässer wie die Alster. Und wir haben soviel grün. Schließlich wird Hamburg ja auch „die grüne Stadt“ gennant! ich könne hier noch ganz viele positive Eigenschaften von HH aufzählen! Und natürlich auch ein paar negative! Aber da würde wohl die Liste zu lang werden! Wenn man eine Stadt nicht mag: schön. Aber dann nicht dumm rummlabern, sondern einfach wegziehen. Schließlich lecken sich andere Leute geradezu die Finger um nach HH zu ziehen.
    Und übrigens Berlin z. B. ist viel dreckiger! Dort liegt (leider) viel mehr Müll rum! (Berliner, bitte nicht aufregen, ich finde auch eure Stadt hat sehr schöne Ecken!).


  • Reizzentrum sagt:

    Achwas – so eine Winselstute. Der schreibt diese Zeilen doch nur, weil er jetzt schon vor Heimweh heult. Ich kenne diverse Menschen die aus München, Heidelberg, Duisburg etc. pp. nach Hamburg gezogen sind und allen gefällt Hamburg sehr gut.

    Man muss nicht jeden Scheiss ernst nehmen, den Journalisten so absondern. Manche schreiben eben für € pro Zeile – auch mal Mist.


  • nicht erforderlich sagt:

    Und abgesehen davon! Was kann eine Stadt dafür, wenn es zuwenig Kita Plätze gibt. Er sollte viel lieber mit der Politik abrechnen, anstelle mit der Stadt an sich!
    Mein Gott und wem ihm der Lärm zu laut ist, ja dann soll er sich doch Oropax kaufen!


  • hannes sagt:

    peinlicher abgang…
    jetzt aber nicht gleich über münchen beschweren


  • h. eickhoff sagt:

    Jaja, Reizzentrum,

    man muss nicht jeden Scheiß ernst nehmen, den Journalisten so absondern. Und genau so wenig jenen, den Du absonderst.


  • Unknown Unbekannt sagt:

    Junge, Junge…. dann war er aber noch nie längere Zeit in Berlin, im MV – nur malwegen den hässlichen Ecken – da ist es so gottverdammt hässlich…. oder im Wedding….
    Der will nur Aufmerksamkeit, die ich ihm jetzt sicher nicht mehr geben werde…… soll er doch in München verrotten…..

    PS.: icke bin Berliner, aber bald zieh ick wahrscheinlich nach Hamburg!!!!!


  • Pacific sagt:

    Starker Artikel, vielen Dank dafür Tom!!

    Wie einer meiner Vorredner schon erläuterte: „…Und meistens nicht sachlich, sondern mit viel eingeschnapptem Hochmut dabei; gerade eine Metropole, die “offen und multikulturell” ist, sollte sowas mit nem Lächeln wegstecken können…“. Wenn man sich sich die Kommentare hier zum Teil durchliest, „PISA“ lässt grüßen…

    Wohne in Hamburg, komme selbst aus ihr und habe das Glück, beruflich und privat viel durch Europa und die westliche Welt zu reisen. Dabei lerne ich viele schöne Städte kennen und nehme mir vor , wenn es die Zeit zulässt, hinter die Kulissen zu schauen. Auch Hamburg ist nur eine Stadt, objektiv gesehen. Subjektiv, meiner persönlichen Ansicht nach, ist Hamburg eine selbstverliebte und manchmal auch realitätsfremde, wenn auch in wenigen, wohlhabenden Teilen, sehr schöne und grüne Stadt.

    Wenn ich die Wirklichkeit betrachte, ist die bewunderte Alster auch nur ein Stausee in der das Wasser im Auge betrachtet eher auschaut wie trübe Jauche, es vielleicht auch ist. Aber trotzdem sind dort prunkvolle Villen aufgebaut und gehören die Straßenzüge um die Alster herum mit zu den teuersten Flecken der Hansestadt. Und an Sonnenscheintagen in Massen am Elbstrand und Konsorten, Pötte und Hafenkräne eines Handels – und Industriehafens zu bewundern und bestaunen, das tut man eigentlich nirgendwo sonst. Kenne den New York Habor, Port of Long Beach, Rotterdam, Bremerhaven und viele andere nur zu gut, aber so „spannend“ wie in Hamburg geht es dort nicht zu. Und ständig größere Schiffe, die nicht mal ihre Jungfernfahrt dort begonnen haben und montiert wurden einem Volksfest widmen, Würstchenbuden aufzustellen und mit einem Feuerwerk nachzutrauern ist auch eine Hamburger Eigenart.

    Mit den angesprochenen Kitaplätzen, damit hat nicht nur Hamburg zu kämpfen, wobei es um dem Speckgürtel herum, in Sumpfgebieten wie Quickborn, Norderstedt noch schwieriger sein soll überhaupt einen halbwegs bezahlbaren Platz zu bekommen. Das hat mir zumindest eine Bekannte erzählt. Und Spielplätze gibt es in der Tat viele schöne, nur sind diese „schönen und kinderfreundlichen Plätze“ meistens dem Hamburger Schmuddelwetter entsprechend überdacht und kosten nicht gerade wenig Eintritt, sprich auf Dauer nur der wohlhabenden „Hamburger Klassengesellschaft“ vorbehalten. Schade das selbst Kinder zum spielen Eintritt zahlen müssen. Macht aber nichts, dafür haben wir Pfeffersäcke unsere tolle Elbphilharmonie, noch mehr Schulden und auswärtige (Tages-)Touristen.

    Und München ist in der Tat lebenswert. Freizeitmäßig ist sehr viel machbar und die südliche Lage würde ich dem Norden vielleicht gar selbst vorziehen. Vor kurzer Zeit hatte ich mal eine Statistik mit den 25 zukunftsträchtigsten, wirtschaftlich aussichtreichsten Regionen der Republik in der Hand gehabt, in der von Hamburg aber keine Spur war, überwiegend Süddeutschland und Gegende um Mainhatten. Jedoch muss man auch in München gutes Geld auf der hohen Kante haben, ohne Immomakler und Ausdauer läuft dort auf dem Wohnungmarkt so gut wie nichts mehr.

    Hamburg ist lebenswert und vielleciht auch sexy, wenn man sich die begehrten Stadtteile des weißen Hanseatischen Hamburgs leisten kann und nicht in der „raumgreifende Ödnis des unfassbar grauen“ Hamburger Ostens, Westens, Nordens, Südens mit Bezirke wie Billstedt, Lurup, Flottbek, Wilhelmsburg, Veddel, Eidelstedt, Farmsen, Schnelsen, Mümmelmannsberg, Billbrook, Lenzsiedlung, um nur einige zu nennen, geradezu gezwungen ist zu wohnen.Es gibt aber auch über die angesprochende Stadtteile schon viel „merchandising“, bleibt also spannend.

    Schade, dass viele Hamburger, meiner Meinung nach, nicht über den Tellerrand schauen, oder schauen wollen, dass es noch mehr lebenswerte, sehenswerte Ecken in Deustchland gibt und nicht nur Hamburg „die schönste Stadt der Welt“ ist.

    In Hamburg gibt es viel schönes aber auch sehr viel negatives, hässliches. So nun aber gut, mein Kommentar sprengt schon eine ganze Seite:)

    Wie gesagt, herzlichen Dank, Tom, für Deinen tollen, erfrischenden Beitrag zu Hamburg. Und viel Glück und Erfolg in München!

    MFG


  • Pacific sagt:

    Starker Artikel, vielen Dank dafür Tom!!

    Wie einer meiner Vorredner schon erläuterte: „…Und meistens nicht sachlich, sondern mit viel eingeschnapptem Hochmut dabei; gerade eine Metropole, die “offen und multikulturell” ist, sollte sowas mit nem Lächeln wegstecken können…“. Wenn man sich sich die Kommentare hier zum Teil durchliest, „PISA“ lässt grüßen…

    Wohne in Hamburg, komme selbst aus ihr und habe das Glück, beruflich und privat viel durch Europa und die westliche Welt zu reisen. Dabei lerne ich viele schöne Städte kennen und nehme mir vor , wenn es die Zeit zulässt, hinter die Kulissen zu schauen. Auch Hamburg ist nur eine Stadt, objektiv gesehen. Subjektiv, meiner persönlichen Ansicht nach, ist Hamburg eine selbstverliebte und manchmal auch realitätsfremde, wenn auch in wenigen, wohlhabenden Teilen, sehr schöne und grüne Stadt.

    Wenn ich die Wirklichkeit betrachte, ist die bewunderte Alster auch nur ein Stausee in der das Wasser im Auge betrachtet eher ausschaut wie trübe Jauche, es vielleicht auch ist. Aber trotzdem sind dort prunkvolle Villen aufgebaut und gehören die Straßenzüge um die Alster herum mit zu den teuersten Flecken der Hansestadt. Und an Sonnentagen in Massen am Elbstrand und Konsorten, Pötte und Hafenkräne eines Handels – und Industriehafens zu bewundern und bestaunen, das tut man eigentlich nirgendwo sonst. Kenne Den New York Harbor, Port of Long Beach, Rotterdam, Bremerhaven und viele andere nur zu gut, aber so „spannend“ wie in Hamburg geht es dort nicht zu. Und ständig größere Schiffe, die nicht mal ihre Jungfernfahrt dort begonnen haben und montiert wurden einem Volksfest widmen, Würstchenbuden aufzustellen und mit einem Feuerwerk nachzutrauern ist auch eine Hamburger Eigenart.

    Mit den angesprochenen Kitaplätzen, damit hat nicht nur Hamburg zu kämpfen, wobei es um dem Speckgürtel herum, in Sumpfgebieten wie Quickborn, Norderstedt noch schwieriger sein soll überhaupt einen halbwegs bezahlbaren Platz zu bekommen.Das hat mir zumindest eine Bekannte erzählt. Und Spielplätze gibt es in der Tat viele schöne, nur sind diese „schönen und kinderfreundlichen Plätze“ meistens dem Hamburger Schmuddelwetter entsprechend überdacht und kosten nicht gerade wenig Eintritt, sprich auf Dauer nur der wohlhabenden „Hamburger Klassengesellschaft“ vorbehalten. Schade das selbst Kinder zum spielen Eintritt zahlen müssen. Macht aber nichts, dafür haben wir Pfeffersäcke unsere tolle Elbphilharmonie, noch mehr Schulden und auswärtige (Tages-)Touristen.

    Und München ist in der Tat lebenswert. Freizeitmäßig ist sehr viel machbar und die südliche Lage würde ich dem Norden vielleicht gar selbst vorziehen. Vor kurzer Zeit hatte ich mal eine Statistik mit den 25 zukunftsträchtigsten, wirtschaftlich aussichtsreichsten Regionen der Republik in der Hand gehabt, in der von Hamburg aber keine Spur war, überwiegend Süddeutschland und Gegende um Mainhattan. Jedoch muss man auch in München gutes Geld auf der hohen Kante haben, ohne Immomakler und Ausdauer läuft dort auf dem Wohnungmarkt so gut wie nichts mehr.

    Hamburg ist lebenswert und vielleicht auch sexy, wenn man sich die begehrten Stadtteile des weißen, Hanseatischen Hamburgs leisten kann und nicht in der „raumgreifende Ödnis des unfassbar grauen“ Hamburger Ostens, Westens, Nordens, Südens mit Bezirke wie Billstedt, Lurup, Flottbek, Wilhelmsburg, Veddel, Eidelstedt, Farmsen, Schnelsen, Mümmelmannsberg, Billbrook, Lenzsiedlung, um nur einige zu nennen, ist zu wohnen. Es gibt aber auch über die angesprochende Stadtteile schon viel „merchandising“, bleibt also spannend.

    Schade, dass viele Hamburger, meiner Meinung nach, nicht über den Tellerrand schauen, oder schauen wollen, dass es noch mehr lebenswertere Ecken in Deustchland gibt und nicht nur Hamburg „die schönste Stadt der Welt“ ist.

    In Hamburg gibt es viel schönes aber auch sehr viel negatives, hässliches. So nun aber gut, mein Kommentar sprengt schon eine ganze Seite:)

    Wie gesagt, herzlichen Dank, Tom, für Deinen tollen, erfrischenden Beitrag zu Hamburg. Und viel Glück und Erfolg in München!

    MFG


  • Tellurian sagt:

    Hillenbrand schafft es tatsächlich sich mit so einem „dumm tüch“ ins gerede der Hamburger und Münchener zu bringen. Irgendwann wird er über München das gleiche schreiben. Reines Selbstmarketing. Sicher hat er in München nun ein paar Bussi-Bussi Freunde gewonnen und Hamburgern ist der Typ äh Supergeek sowieso egal.

    Supergeek – never heard of Tom Hillenbrand!!!


  • Reiner sagt:

    Danke!
    Endlich mal einer der nicht alles so durch die rosarote Brille sieht.
    Du hast mir aus der Seele gesprochen, Ich habe zwar das Glück im schönen Blankenese zu leben aber welche Bäckereifachverkäuferin kann sich das leisten?

    Kultur wird hier kleingeschrieben und das wenige was gut ist,wird durch wenige, aktive Einzelpersonen geleistet z.b. das Repperbahnfestival… Damit hat die Stadt (Senat) nichts zu tun.

    Jetz höre ich sie schon wieder rufen „der Senat ist ja nicht die Stadt“. Aber die Leute die diesen Senat gewählt haben machen diese Stadt aus.
    Straßenfeste in Hamburg sehen in allen Stadtteilen gleich aus. Durchkommerzialisiert und herzlos.
    Eine Stadt wie Hamburg glaubt auch das sie für eine leidlich funktionierende Infrastruktur nicht zuständig ist. Staus jeden Morgen und abend und niemand macht sich die Mühe was dagegen zu tun. Ist halt so, das ist in anderen Staädten nicht anders.

    Ist das so?
    Nehmen wir Essen. Dort kann ich innerhalb einer halben Stunde an fast jeden beliebigen Stadtteil sein. Eine Querung von Hamburg von Rissen nach Farmsen dauert 1,5 Stunden. Davon stehe ich ein halbe Stunde an der Ampel weil es soetwas wie eine grüne Welle hier nicht gibt.
    Wenn ich auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreife ( im übrigen einer der teuersten Deutschlands, München, Berlin, Düsseldorf etc.. sind alle günstiger) darf ich mich in eine müffelnden, alten Bahn setzen deren Pünktlichhkeit nicht besser ist als die der deutschen Bahn.
    Nur die ach so tollen Vorzeigestadtteile wie der Freihafen sollen natürlich eine neue Linie bekommen.

    Der Freihafen ist ja auch so ein Thema. Was ist daran schön? Die wirklich schönen alten Gebäude werden mit einer Allerweltsarchitektur zugeschissen die ich so auch in Peking oder
    Göttingen finde.

    Das alles wäre ja kein Thema wenn nicht immer alle davon reden würden wie toll doch diese Stadt ist. Sie hat wirklich schöne Ecken aber das haben andere Städte auch. Nur weil hier die Preise auf Weltstadtniveau sind ist Hamburg deswegen noch keine Weltstadt.

    So das musste mal raus!
    Reiner


  • Mike sagt:

    14.01.2010 Kommentar in der Mopo (nur 700 Zeichen)

    Von: Recht hat er!

    Was wurde aus dem schönen Altonaer Bahnhof? In 1979 abgerissen, ersetzt durch einen Betonklotz, der bald einer Wiese weicht. Warum wurde das historische Gängeviertel am Gänsemarkt für ein Hochhaus geopfert? Warum wurde der Dovenhof, die alte Münchmeyer-Bank am Ballindamm und vor Kurzem noch alte Kontorhäuser abgerissen?
    / /
    Damit ein Bürgermeister sagen kann, er habe eine „Europapassage“ erbaut? Damit Spekulanten von „Perlenkette“ reden, wenn sie das schöne Elbufer mit Büros zupflastern? Damit man vornehm „Hafencity“ sagt, aber gesichtslose Industriequartie für Menschen meint? // // Hillenb. hat in Vielem Recht: „Eine Stadt sollte es ihren Bürgern (…) nett machen“,- weniger den Touristen.

    – – –

    PS: Zensur in der Mopo
    Ich stellte diesen Beitrag um 17.15 im Kommentar-Bereich ein;- jedoch war er kurz später verschwunden. Ich stellte genau den gleichen Beitrag um 17:40 nochmals
    ein. Bei Redaktionsschluss war er wieder weg. Es blieb nur Kritik an Hillenbrandt.

    PS-2:
    In Videobeiträgen fragt die Mopo 5 Jugendliche, ob Hamburg eine Weltstadt sei. Das bejaht natürlich die Mehrheit; und warum? Wegen der guten Konsummöglichkeiten, wegen des Fischmarktes, der Elbe und überhaupt; der „Weltoffenheit“. Im Sommer sei Hamburg eine Weltstadt, im Winter hingegen nicht,- das ist auch eine Meinung…
    Peinlich, peinlich,- das alles.


  • David Berger sagt:

    ich kann Ihnen nur Recht geben. Sie haben vergessen: manchmal humorlos und intolerant, sind die Hamburger auch. Sie können nicht einmal Ihren Denkanstoß als Ironie verstehen. Gleich beleidigt. Hamburg zu kritisieren ist tabu.


  • Chris sagt:

    Ich bin mal so frei (falls nicht passend, einfach löschen):

    Hamburg… lass uns Freunde bleiben

    Zugegeben, Hamburg es würde mir schwer fallen mit dir ab zu rechnen. Daher habe ich das auch nicht vor,ja ich würde es kaum übers Herz bringen. Ich glaube dir aber sagen zu müssen, das es mit uns so nicht weitergehen kann. Um dem etwas Nachdruck zu verleihen sage ich es dir mit den häufig zitierten Worten, die aber eigentlich niemand hören will: “ich glaube es ist aus, aber lass uns Freunde bleiben”.

    Wie jeder enttäuschte Partner wendest du dich sicherlich von mir ab. Ich habe allerdings das Gefühl, das ich dir sowieso nie wirklich viel bedeutet habe. Deine Immobilienpolitik macht mich zum Zaungast in der eigenen Stadt. Du lässt mich zwar teilhaben an den schönen Dingen deiner Stadt (und dafür bin ich dir dankbar), schickst mich aber regelmäßig mit der S-Bahn wieder an den Stadtrand zurück, denn ab jetzt feiert die geschlossene Gesellschaft. Die Zahlt besser und nennt dich sowieso Ihr Eigen. Es tut mir wahrhaftig weh, wenn ich zusehen muss, wie du dich an diese grauen Herren verkaufst. Du hast das nicht verdient, hälst es aber auch nicht für nötig auf deine wahren Freunde zu hören.

    Als ich dich kennenlernte hatte ich Schmetterlinge im Bauch und hätte alles für dich getan. Ja, ich war neu und naiv. Oder wie du mich nanntest, einen “quitsche”. Erst in der dritten Generation wäre ich einer von dir sagte man mir und damit fing es auch schon an. Deine Freunde sind patrioten und bedingungslose Liebhaber. Was du auch tust, Sie stehen zu dir, deine Fahne halten Sie in den Wind! Ich freue mich für dich und all diejenigen, die deine Liebe nicht brauchen. Meine rosarote Brille habe ich aber längst abgelegt. Du weißt ja wie das ist: Es gehören immer zwei dazu.

    Alsterfest und Hafengeburtstag, statt Wohnraum und gestaltung eigener Freiräume – Zuckerbrot und Peitsche. Und alle machen mit. Bezeichnen dich als Weltstadt an der Elbe, als Tor zur Welt und überhaupt als gottgegeben. Dein penedranter Geltungsdrang macht mich wahnsinnig. Hinter den Grenzen Europas kennt dich keine Sau. Warum kannst du nicht einfach du selbst sein?

    Es fällt mir schwer das zu sagen, aber ich glaube du bist nicht das wofür du dich hälst und auch nicht das wofür dich deine Touristen halten. Dazu muss ich dich keine drei Generationen kennen. Ganz sicher nicht. Ich habe mich tatsächlich viel mit dir beschäftigt, habe dich versucht zu verstehen und Ich weiß das jede Beziehung Ihre Höhen und Tiefen hat, nicht nur mit dir Hamburg.

    Jedes weitere Jahr wäre aber nur ein Zugeständnis meinerseits. Ich werde mir wohl was neues suchen müssen, auch wenn ich Gefahr laufe mit meiner Entscheidung falsch zu liegen. Aber ich denke daran führt kein Weg vorbei, denn das kann noch nicht alles gewesen sein. Es fällt mir wirklich schwer, denn wenn ich morgens die Hafenstraße Richtung Fischmarkt laufe, im Sommer die Fähre zum Elbstrand nehme, oder nach einem Heimspiel durch die Straßen von Sankt Pauli flaniere bekomme ich Gänsehaut, denn hier zeigst du deinen ganzen Charme und die Dinge wofür ich dich so sehr schätze, bevor du mich dann wieder mit der nächsten Bahn zurück an den Stadtrand schickst.


  • Lars B. sagt:

    Gratulation! Ich kann Dir in vielen Punkten nur Recht geben und Deinen Text mit einem Zitat von Daniel Richter abschliessen:

    „Hamburg ist nur für Reiche schön!“.

    Eine bedauerliche Entwicklung der letzten 10 bis 15 Jahre. Wer das nicht sehen will, verdient wahrscheinlich zuviel, bzw. mehr als der Durchschnitt.


  • murmler sagt:

    hamburg meine perle? olle glasmurmel triffts wohl eher! ich bin hier geboren und aufgewachsen..war immer stolz drauf, doch was sich hier in den letzten 20 jahren kulturell, stadtplanungstechnisch etc. abgespielt hat ist absolut unfassbar und aeusserst peinlich! weltprovinz hamburg… du kommst grossspurig aber inhaltsleer daher wie eine kader loth oder daniela katzenberger…


  • Peter sagt:

    Oh je, was mit Hamburg passiert.

    Nach 3 Wochen Hamburg, geht es nächste Woche wieder nach Berlin zurück, wo ich seit 2003 lebe. Und weisst du was Hamburg? Der Abschied fällt mir leicht.Und das sagt ein Hamburger Jung!

    Hamburg und München sind sich mittlerweile ähnlicher als viele Glauben möchten (in Folge der „wachsenden Stadt“?!). Hochnäsig, versnobt, geldgeil, viel Schein wenig Sein – beides halt Schnöseldörfer. Wobei ich München mit seinem Umland irgendwie doch ein bissel schöner finde.

    Habe auch gedacht, Hamburg wäre die einzig wahre Alternative zu Berlin. Dem ist nicht so. Die letzten Jahre haben es angedeutet: Hamburg „stirbt“. Auch die paar noch übrig gebliebenen „Alternativ-Straßen“ werden daran nichts ändern können. Die einzige halbwegs annehmebare Alternative zu Berlin ist für mich Köln und noch andere ausgewählte wie zum Beispiel Leipzig, Dresden, oder halt Potsdam.

    Mir ist die ehrliche Berliner Schnauze zig mal lieber als dahin geheucheltes „Hanseatisches Understatement“. Wobei es mir auffällt, dass die ältere Generation der normalen, einfachen Hamburger tätsächlich noch Understatement pflegt.Und das ist schön.

    Was wird eigentlich aus Hamburg wenn die restlichen Bezirke, was jetzt schon der Fall ist, der Verkaufsförderung zum Opfer fallen? Werden die Bewohner weiter ins Umland gekarrt?

    Wer noch in Lokalpatriotismus schwelgt, dem weiss sich leider auch nicht zu helfen. Entweder wollen sie, zumindest meiner Meinung nach, die Realität schlicht nicht einsehen oder sie verdienen dementsprechend damit ihnen die Stadt mit Miete, Kita, Ausgehen und allem PiPaPo erhalten bleibt. Alles traurig aber wahr. Leider.

    Auch wenn Berlin machmal etwas schroff sein kann und in weiten Teilen nicht so schön aussieht wie Hamburg, die Stadt ist für mich lebens- und liebenswerter.

    Ich bin beileibe kein negativ Denker , aber was mit Hamburg passiert….
    Und nein, ich bin NICHT Stolz darauf, dass meine Geburtsstadt „Umwelthauptstadt 2011“ wird. Weshalb auch?

    @ Mike, „14.01.2010 Kommentar in der Mopo (nur 700 Zeichen)“

    Dito!!

    Allem anschein nach, zensiert die Mopo tatsächlich BERECHTIGTE Hamburg Kritik. Schaut mal in Netz nach Jungs, Google spuckt noch brisantes Material aus;)


  • JP sagt:

    Als ich als aus Düsseldorf stammender Wahl-Hamburger schon nach zwei Wochen zum ersten Mal zum Arzt musste, meinte dieser, als er meine Krankenkassen-Karte mit Noch-Düsseldorfer Adresse sah: „Ach, Sie kommen aus Düsseldorf? Kann man da leben?“ Was für ein sympathischer Empfang! Das war keine Ironie, das war purer, arroganter Hanseaten-Ernst!
    Und jetzt bitte nicht mit Anti-Düsseldorf-Kommentaren antworten, denn wir wollen ja hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Wenn schon, dann kann man Hamburg in Deutschland aufgrund der Einwohnerzahl nur mit Berlin vergleichen. Was mir oft aufgefallen ist: Von den echten Berlinern sagt keiner: Wir sind die beste Stadt!. Das haben die gar nicht nötig, da wird in Berlin überhaupt kein Gedanke dran verschwendet. Während man sich in HH andauernd anhören muss, wie toll und einmalig die Stadt doch sei… und wie provinziell der Rest, und wie dreckig Berlin etc.
    Ich mag HH trotzdem, exklusive des Teils seiner Einwohner, die zu Arroganz und Überheblichkeit neigen. SInd zum Glück bei weitem nicht alle…


  • Martin sagt:

    Spricht mir aus dem Herzen, jawohl. Ich bin in Hamburg geboren, war weg und bin wiedergekommen.. und dann merkt man erst, wie bescheuert diese kleine pomadige Stadt .. nein Dorf ist.
    Für mich gehts demnächst nach Berlin. Tschüss Hamburg


  • Jens sagt:

    Bin Exil-Berliner und wohne seit 1996 in HH – hier in Kürze, was mich am aller, aller meisten an HH nervt . . .

    (1) Es gibt keine seriöse Tageszeitung à la Tagesspiegel und Co. – nur schlecht gemachtes, provinzielles Springerzeugs

    (2) Es gibt keine vernünftigen Radiostationen mit Talkradio, brauchbaren Kulturtipps, coolen Bandinterviews usw – nichts, nur nonstop blöde Chartmucke aus der Retorte. Offensichtlich quatschen die HHer nicht gerne und sind lieber schweigsam – ärmlich und schade

    (3) Dazu sind die Ampelschaltungen katastrophal: langsam, unlogisch und oft unkoordiniert – 10 Km Stadtverkehr in HH dauert doppelt so lang wie 10 Km Stadtverkehr in Berlin

    (4) Hamburger generell sind recht langsam, eher unexperimentell, unflirty, analog ein/aus und kommen auch sonst nur selten zackig aus dem Quark. Das lustigste an den HHern: wenn es eine Schlange gibt, stellen sich die HHer brav hinten an (lustiger Weise auch im 2-spurigen Straßenverkehr), anstatt im Laden den Tresenleuten umgehend die Hölle heiss zu machen, was denen eigentlich einfällt, die Leute so lange warten zu lassen (im Straßenverkehr: anstatt auf die leerere 2. Spur zu gehen)

    (5) Und noch eins: Die Zuschaustellung der sogenannte „Szene“ um Peinlichkeiten wie Michael Ammer, Dieter Bohlen und Co. (auf der Straße wie in der Mopo) ist einfach unerträglich. Wie kann es sowas ernsthaft geben?! In Berlin würden Ammer & Co. von Kindern mit Steinen beworfen und aus der Stadt gejagt werden. In HH fehlt diese soziale Kontrolle/Abstrafe völlig. Reiche Idioten können in HH machen, was sie wollen…


  • der Elefant sagt:

    Wie kann man Hamburg diskreditieren und gleichzeitig ein nicht näher erwähnenswertes Rattenloch südlich von Oranienburg zur Weltstadt ernennen? Ich glaub‘, es hackt.


  • Achim sagt:

    Da liebt jemand seine Heimatstadt zutiefst, ist aber nicht damit einverstanden, was die Politik aus dieser Stadt macht.


  • Phil sagt:

    Als gebürtiger Münchener bin ich doch recht froh in Hamburg wohnen zu können.
    1x im Jahr zu Besuch in München zu sein reicht mir völlig um zu wissen, dass meine Entscheidung richtig war. In D gibts für mich keine Alternative.
    Wer allerdings Stadtpark und Rathaus in HH als Highlights betrachtet und aus der Stadt nach Norderstedt flüchtet, hat herzlich wenig begriffen.

    Viel Spaß in München und BussiBussi.


  • hiro sagt:

    Lustig und durchaus kurzweilig zu lesen. Ich bin nur über 6vor9 hier gelandet, sonst hätte ich von diesem „Aufreger“ gar nichts mitbekommen. Vielleicht weiß man Hamburg nur so richtig zu schätzen, wenn man um Mopo et al einen Bogen macht.

    Doch halt, ich bin ja gar kein Hamburger, ich bin ja Zugereister und wohne eh außerhalb – im weiten, grünen Umfeld. Nein, nicht Norderstedt. Wer aus Hamburg in Richtung Segeberg flüchtet und dort irgendeine Form der Verbesserung erwartet, der ist ja auch irgendwie selbst Schuld oder nicht weit genug gefahren oder beides.

    Überhaupt, die Eigenverantwortung. Wer sich abwechselnd mit hochnäsigen Snobs und besoffenen Proleten umgibt, der darf sich nicht wundern, daß er nicht den besten Eindruck von seiner Umgebung mitnimmt. Ich kenne viele Leute, die gerne in Hamburg wohnen und das auch gerne zum Ausdruck bringen, allerdings nicht ungefragt oder in Form alkoholisierten Gesanges.

    Wieviel bleibt eigentlich von den gesparten Krippenkosten in München übrig, wenn man die Immobilienpreise verrechnet? Und ist die Welt jetzt wirklich so schwarz und weiß, wie man es nach diesem Beitrag erwarten könnte? In München scheint immer die Sonne und in Hamburg gibt es im Winter Niederschlag? Na dann mal viel Spaß beim Schneeschieben und mit dem Föhn. Zumindest letzterer bleibt einem im Norden ja meistens erspart. Da nehme ich doch lieber den Hamburger Nieselregen, gerne auch waagerecht.

    Ich wünsche jedenfalls viel Vergnügen in der neuen Wahlheimat. Aber bitte diesmal vielleicht etwas offener an die Sache rangehen. Eine Stadt ist nun mal eine Stadt, mit schönen und häßlichen Ecken, mit netten und mit doofen Menschen, mit guter und mit schlechter Politik, mit teuren und billigen Wohngebieten, mit Vor- und Nachteilen. Das gilt für Hamburg, Münschen, Frankfurt, Düsseldorf, sogar für Köln und Berlin. Wenn es Dir in einer anderen Stadt leichter fällt, Dir die schönen Dinge herauszusuchen, dann nur zu. Niemand hält Dich fest.

    Aber bitte beim nächsten Umzug nicht wieder so ein wehleidiges Nachtreten. Das schlechte Licht trifft nämlich vor allem Dich und Dein Umfeld und weniger irgendeine Stadt. Du kannst zwar die Stadt wechseln, aber Dich selbst nimmst Du immer mit.


  • JoE sagt:

    Schon mal in Hannover gewesen? 😉


  • Hilli sagt:

    Ohh, die Passarelle!


  • Udo Seiwert-Fauti sagt:

    Ja wie wäre es denn ihr Hamburger, die ihr doch durch eure Kommentare zum Text nur DAS bestätigt, was der Autor geschrieben hat….wenn ihr einfach mal in euich geht und dranmacht, DAS zu werden, was ihr in der Werbung so gerne vorgebt ?
    Nehmt doch einfach mal Kritik ernst….mal abgesehen davon, dass euch zumindest in Sachen Beatles die englische Hafenstadt Liverpool schon lange den Rrang abläuft….noch so ein Thema….wie kann man eigentlich ein Thema wie die Beatles in Hamburg so verpennen wie ihr Hamburger ? Und das ihr sogar mit dem Thema „Hamburger“ weltweit besser dastehen könntet, auf die Idee seid ihr noch nicht gekommen ?
    Der Glauben ist manchmal das eine, die Realitäöt sieht aber oft garnicht „glaubensmässig“ aus, wie auch eine gewisse Kirche seit Monaten ständig belegt….


  • Harry Kayne sagt:

    Volltreffer. Ich wohne inzwischen seit sechs Jahren in der Gegend von Hamburg und bin vor gut einem Jahr entnervt ins Umland gezogen. Alles, was in diesem Text steht, unterschreibe ich sofort. Und die angepissten Kommentare der vielen Hamburg geben mir Recht: Der gemeine Hamburger ist nicht sonderlich kritikfähig in seinem Kampf gegen die Realität. Nein, Hamburg ist einfach die selbstüberschätzteste Stadt der Welt.


  • Sol sagt:

    Relaltiv witzlos, eine Stadt, das Wetter, die Politik und alle in ihr lebenden Menschen gleichzusetzen.
    Es gibt Dinge die sind nicht zu vergleichen, entweder es gefällt, oder es gefällt nicht und das eben auch nicht allen gleich.
    Es gibt Menschen denen Pieselregen und ständiger Wind um die Nase lieber ist als ein plötzlicher Hagelsturm und brütende Schwüle. Oder eben andersrum. Hamburg bietet viele Probleme in sämtlichen Bereichen, genau wie Berlin und Köln und Düsseldorf und München und Potsdam und Frankfurt, meinetwegen auch Bielefeld.
    Also liebe Freunde, die ihr euch mit Städten identifiziert, lebt doch da wo ihr euch wohlfühlt oder meckert woanders.


  • Florian sagt:

    Ich habe 2 Jahrzehnte in Hamburg gewohnt. Habe selbst vor drei Jahren mit Anfang Zwanzig meinen Haushalt in meinen Kleinwagen gepackt und die Stadt auf ewig verlassen. Ich konnte mich noch nie so wirklich mit ihr anfreunden. Da ist einerseits das berüchtigte Wetter, der (fast) ewig bedeckte und graue Himmel und anderseits das Preisniveau, die tristen Backsteinfassaden, das „norddeutsche Temperament“, die angesprochene Großspurigkeit. Nein, ich als lebensfroher, aufgeschlossener, nicht-elitär feiner Mensch habe mich mit ihr auseinandergelebt. Bin jetzt nach Zwischenstationen in Stuttgart und Wiesbaden in Frankfurt am Main gelandet. Vom Stadtbild und dem sozialen Miteinander nicht so prickelnd, jedoch ist das Umland, auch wenn es provinziell und bürgerlich erscheinen mag, sehr schön und die Freizeitmöglichkeiten wie Sportaktivitäten oder Tagestrips aufgrund der zentralen Lage in Deutschland wie auch Europa sehr vielfältig. Auch wettermäßig ist es hier merklich besser. München kenne ich nur von kurzen Tagesaufenthalten, also kann ich mir keine tiefergehende Meinung über sie erlauben. Jedoch gefiel sie mir vom Stadtbild her größtenteils sehr schön.

    Ich werde aber in absehbarer Zeit Deutschland ganz in Richtung Grande Nation verlassen. Sei es Nordsee oder Schwarzwald, Berlin, München, Stuttgart, Hamburg- mich verschlägt es auf Dauer, auch weil ich beruflich sehr flexibel bin und keine Verpflichtungen habe nach Frankreich. Überhaupt nach Südwesteuropa. In Deutschland gleichen sich die Regionen eben doch sehr aneinander und wir sind alle irgendwie miesepetrig, spröde und nicht nur die Schwaben leben nach dem Motto Schaffe Schaffe Häusle baue. Da entspricht mir die Leichtigkeit des Seins in den südlichen Ländern, der landschaftlichen wie auch kulinarischen Vielfalt einfach mehr meinen Bedürfnissen und meines Sinn des Lebens. Ich brauche keine dekadenten Materialansprüche, sei es in Hamburg, Düsseldorf, München, FFM oder Lyon.

    Im Leben muss man eben einige Städte und Länder bereist und sei es auch nur für kurze Zeit gewohnt haben, um wirklich zu wissen wo es einem auch auf Dauer gefällt. Und in einer Gegend aufgrund rationaler Werte zu leben, in der man vielleicht auch geboren wurde, obwohl es einem auf Lebenszeiten nicht gefällt? Man muss es rausfinden, es braucht seine Zeit. Ich habs hinter mir:)


  • Clarissa sagt:

    Sehr geehrter Herr Hillenbrand,

    Sie haben völlig Recht mit Ihrem Post.
    Jedoch muss ich sagen, dass München noch weniger eine wohnenswerte Stadt ist als Hamburg.
    Das liegt nicht an der Stadt selbst, sondern an ihren Einwohnern.
    Bei meinem drei monatigem Aufenthalt im „Süden“ konnte ich dies nur all zu gut feststellen.

    Jede Stadt hat ihre Macken, aber grade dies finde ich macht den Charme einer Stadt aus.
    Wer will schon eine perfekte Stadt leben, wenn man selbst nicht perfekt ist?

    Die Heimat ist wie ein guter Freund: man liebt sie/ihn wie sie/er ist.

    Viele Grüße
    Clarissa


  • Jürgen sagt:

    So kann nur jemand schreiben, der „seine“ Stadt aufrichtig liebt!!!


  • BigleBene sagt:

    hab garde ein Bericht( Elektrischer Reporter) im ZDF Kanal auf YouTube über diesen Abschiedsbrief gesehen da musste ich gleich mal reinschauen.sehr lustig was du da geschrieben hast. Ich finde Hamburg ist eine schöne Stadt, genauso wie Berlin oder München. Bin öfters da gewesen weil ein Freund von mir dort Arbeitet. Ich finde es ist auch einfach mal interessant zu lesen was einen Hamburger so richtig ankotzt. Besonders das mit dem Wetter hat mir gefallen. Die Berliner sind ein bisschen entspannter drauf wenn man über ihre Stadt meckert. Viele sagen in Berlin riecht es nach scheiße und Nudelpfanne gleichzeitig und jedem zweiten Döner kann man nicht vertrauen. Aber das ist mir vollkommen egal. Ik mag Nudelpfanne und Berlin noch mehr auch wenn manche drüber meckern und mit Hamburg ist das doch ähnlich so. Man mag Sie einfach obwohl se mieses Wetter hat und manche Leute ein auf dicken Bonzen machen.


  • Albert Fischer sagt:

    So ein Schwachsinn! HH ist super. Habe nur 3 Monate dort gelebt aber m.E. ist es die beste deutsche Stadt. War auch 4 1/2 Jahre in Berlin, nerv nerv nerv. Voll mit aufgeblasenen Mutanten und Hipstern, grosse Klappe und nix dahinter. SED traditionell im Rathaus. Wetter auch nicht ‚redeeming‘. Auch nicht mehr wirklich billig.

    Sie haben wohl schlechte Laune gehabt als Sie obigen Text verfasst haben.

    Ja, Muenchen hat schoenes Wetter und ist OK (*huestel* – man soll stets das Gute betonen, es gibt auch Dinge die ich nicht so verstehe in Muenchen)

    Aber HH hat Stil! Und so schlecht war das Wetter nicht.

    PS: Berlin = fuer den Arsch. Sie meinen HH ist ein Elb-Disney? Berlin ist ein Club-Disney, ein Erwachsenen-Spielplatz fuer Singles. Man sollte einen Zaun drumherum ziehen und Eintritt verlangen. Vielleicht muessten dann nicht stets andere zahlen fuer die Schlampe von der Spree, die sich selbst fuer so sexy haelt.



  • und in west berlin wird nicht mit (in wahrheit nicht vorhandenem) geld geprotzt?

    GAAAAANZ schlimm.

    schon mal das wort ‚bolle‘ gehoert?


  • brownsugar sagt:

    Nice. Very nice.


  • # sagt:

    Berlin hat Ghettos, Rio Favelas, Istanbul Gecekondus, Kapstadt Shanty Towns und Hamburg, „die Weltstadt der Elbe“? Hamburg hat Backsteinhäuser…




  • Heimatjung sagt:

    Ich finde dieser Text gibt ein rein subjektives, verallgemeinertes Bild der schönsten Stadt der Welt wieder. Und Leute, hütet Euch zu sagen „schonwieder son kritikunfähiger Hanseate“, denn hier alles als hater abzustempeln was ein komplett anderes Bild von Hamburg hat oder in geringster Weise vom Obrigen anweicht ist nicht gerechtfertigt.
    Denn für mich gibts nichts schöneres, wenn man die A7 Richtung Norden fährt und kurz vor dem ewig umbauten Elbtunnel den Hafen erblickt. Sowas ist für mich als Kind schon immer ein Gefühl von vertrautheit und Heimat gewesen 🙂
    Und was die Kinder/Schulpolitik angeht, das ist doch alles eh ein „Ich-hab-das-bessere-system“-gewichse, nur weil es eines der letzten Bereiche ist, welcher selbstverwaltet wird.
    Ein Hamburger


  • Laura sagt:

    Hummel Hummel !

    Ich bin geboren und aufgewachsen in Hamburg. 30 Jahre lang habe ich in dieser prächtigen Stadt gelebt und geliebt. Dann kam die Trennung. Nun drei Jahre her – und noch immer vermisse ich nur Deinen Fischgeruch und das Möwengekreische. Der Rest Deines schönen Gesichtes ist ja eh schon verblichen. Du bist auswechselbar geworden. Hast Deine typischen Narben und Poren liften lassen.

    Von Freunden wurde ich stets als absoluter Lokalpatriot und Hamburgnarr angesehen. Ich kann die Geschichte rauf und runter beten, war auf vielen Demos, habe Herzkasper und Herpes vor lauter Engagement für das schöne Hamburg bekommen. Noch heute unterstütze ich von der Ferne die No-BNQ Bewegung. Weil genau da meine Heimat war. Nun ist noch ein historisches Haus „eingefallen“.
    Die Trennung kam überraschend. Von einen Tag auf den Anderen. Koffer gepackt und weg. Es tat weh, aber sobald ich das rote Stadtschild hinter mir hatte fühlte ich mich endlich frei.

    Nichts gegen Gentrifizierung und Veränderung. Ganz im Gegenteil. Aber einen auf Weltstadt machen und doch immer nur für sich selbst Brötchen backen geht halt nicht. Du kleines Pfeffersäckchen Du, paß auf Deine Körner auf.


  • Quitsche sagt:

    Herr Hillenbrand,

    besten Dank für diese nur allzu treffliche Analyse!

    Und ganz besonders vielen Dank dafür, dass Sie bewiesen haben, dass es wider Erwarten doch noch gebürtige Hamburger gibt, die ihre Stadt auch kritisieren und dieser vor allen Dingen den Rücken kehren können!

    Im Übrigen: Hamburgs größtes Kapitel mag ggf. einmal die Hanse gewesen sein, worauf sich zumindest der (finanzielle) Reichtum zurückführen lässt, die Einwohnerschaft ist es ganz bestimmt nicht. Leider sind diese die einzigen, die das noch nicht begriffen haben…

    Ausserdem: Weltoffen und tolerant? Wie erklärt sich dann, dass es einmal einen (auch wenn nur für kurze Zeit) höchst einflussreichen Politiker namens Schill gab? Ist noch gar nicht so lange her…

    Viele Grüße
    Quitsche


  • Dennis sagt:

    Ich finde diesen Abschiedsbrief sehr unterhaltsam und sehe viel Wahrheitsgehalt. Ich komme aus einer Kleinstadt, war dann im Pott und ich war jetzt eine Zeit in Hamburg. Nach 6 Monaten ziehe ich nun aus guten Gründen weg. Die Ecken um den Kern herum wie Barmbek sind häßlicher als der Pott und Hamburg ist insgesamt sogar viel weniger grün als diese von allen verschriene schwarze Pest tief im Westen.

    Zugute halte ich Hamburg die Kultur, die Sehenswürdigkeiten und ein teilweise sympathisches Miteinander. Dagegen sprechen völlig überteuerte Wohnungen (die bis auf die Elbvororte allesamt in Betonbunkern liegen), kaum benutzbare Innenstadtstraßen, arrogante neureiche Spinner mit dem allgegenwärtigen „Hamburg ist die schönste Stadt der Welt“ Gerede und zu guter Letzt der Leistungsdruck, den ich in keiner anderen Großstadt bisher so zu spüren bekommen habe. Jeder meint, er müsse irgendwas reißen um dann endlich so in Hamburg zu leben wie er es sich wünscht. Nämlich mit einem unbezahlbaren Haus und Garten in den Elbvororten oder eine noch teureren ETW in Winterhude.

    Das provinzielle dort ist mir besonders aufgefallen. Ich komme aus einer Kleinstadt aber stelle fest, dass die Leute in Hamburg oft festgefahrener und dörflicher sind als die Kleinstädter. Letztere waren in zig Urlauben, haben viele Länder gesehen und touren gerne auch durch die Republik um sich Kultur anzusehen. Der Hamburger dagegen ist in Hamburg und bleibt in Hamburg. Mehr kennen viele da nicht.

    Das Wetter ist mir übrigens egal gewesen. Ich ziehe zurück ins Grüne und werde bestimmt mal wieder in Bielefeld spazieren gehen. Denn dort, ja dort brauche ich keinen Bentley fahren oder 600.000 € für eine Wohnung ausgeben um zu wissen, dass ich es geschafft habe.


  • Zugezogene sagt:

    Mich nervt hier vor allem die Arroganz der Hamburger. Das ewige Lobpreisen einer architektonisch schönen Stadt, hinter deren Kulisse aber nichts zu finden ist, ist idiotisch. Hamburg ist ein potemkinsches Dorf. Die Mieten sind zu hoch, die Leute pseudocool und was Spannendes, Überraschendes gibts hier auch nicht. Ich hasse Hamburg.


  • Christoph sagt:

    Du hast so recht. Ich möchte noch einen Draufsetzen!

    Hamburg interessiert sich nur für seine reichen Bewohner, für den Abschaum hat die Stadt nichts übrig. Die Definition, wer Abschaum ist, fängt bei einer Mio Eigenkapital an. Das war schon immer so! Vorteile bekommt der, der ein Auto hat. Der kommt zumindest in dieser Stadt am besten voran. Die anderen sind angeschmiert.

    Der Lärm in dieser Stadt ist unerträglich. Und die Stadt richtet nur Psydo Behörden zur Bekämpfung ein!

    Das Selbstfeiern der Stadt Hamburg geht mir tierisch auf den Geist. Umwelthauptstadt! Das ist die verlogenste Selbstbeweihräucherung schlecht hin. So ein scheiß! Sie ist genau das Gegenteil mit Moorburg, extreme Förderung des Straßenbaus, ebenso extrem hohes Verkehrsaufkommen, Fleugzeuge direkt über der Stadt, usw.. Da sind ander deutsche und gerade auch europäische Städte MEILEN weiter, siehe Freiburg und Kopenhagen.

    Ein Dreck tut die Stadt für die Bewohner unter einer Mio. Keine Wohnungen. Lärm ohne Ende. Extrem hohe Mieten.

    Es ist meine Heimatstadt und ich kenne schöne Ecken, aber der Rest ist schlecht. Wer möchte denn schon in Mümmelsmannsberg, Lurup oder Harburg ernsthaft wohnen??? Die Stadt versagt in diesen Stadteilen! Und der einzige bewohnbare Beereich in Hamburg ist deshalb unbezahlbar! Nur für Menschen mit mehr als eine Mio.

    Wenn die Stadt nicht endlich in die Gänge kommt, bin ich hier auch weg! Dann werde ich in eine Stadt gehen, die für ihre Bewohner ernsthaft da ist und etwas für diese tut. Wo man Leben kann, und nicht die Fenster im Sommer schließen muss, damit man ein wenig entspannen kann. Wo man nicht raus geht und man sich dem Straßenverkehr unterzuordnen hat. Wo Kinder Raum haben, anstatt sich dem Straßenverkehr unterzuordnen.


  • Willi sagt:

    Ich komme aus dem Rhein-Main Gebiet und kann mich den negativen Kommentaren von Florian über die Stadt nur anschliessen. Im Vergleich zu den Hessen sind die Menschen in Hamburg sehr spröde, überheblich (Hamburg, die schönste Stadt der Welt !! Hamburg meine Perle ), sehr arrogant, sehr humorlos und auch in der Regel mundfaul, es sei denn, sie wollen Dir was verkaufen. Die Backsteinhäuser sind kalt und haben keine Gemütlichkeit, wie in München oder anderen süddeutschen Städten. Hamburg ist die Hauptstadt der Leute, die mit wenig Einsatz viel Kohle scheffeln, ein Mekka für Immobilienmakler, für das organisierte Verbrechen, und Kaufleuten, die Ware aus China billigster Qualität für sehr teures Geld weiterverkaufen. Der Hamburger denkt zuerst ans schnelle Verkaufen und ans Geld machen. Ich denke selbst in Notsituationen würde der Hamburger von seinen Nachbarn in Not für seine Hilfe und Dienstsleistung Geld verlangen und eine Rechnung ausstellen, wenn sie ihm nicht scheiss egal wären. Das Unland ist zum grösten Teil abgeholzt, keine Wälder oder Grünflächen, über die Brachflächen fegt der raue Nordseewind und in der Regel stürmt und regnet es. Man braucht sich nur in Hamburg in die U-Bahn zu setzen, da herrscht Totenstille wie bei einem Begräbnis, selbst abends.


  • Stefan sagt:

    Um dann nach München zu gehen. Mein Lieber, wenn jemandem zum Hamburger Umland nur Norderstedt und Pinneberg einfällt ist er selbst wohl nicht von seinem Sofa runtergekommen.


  • Bernd Zimmermann sagt:

    Ich habe lange in Hamburg gelebt, seit 1985. 1993 habe ich im Sommer einmal Berlin bereist. Der deutlichste Unterschied war damals das Klima. In Berlin war die Luft zum Schneiden, eine stehende Dunstglocke. Zurück in Hamburg konnte ich richtig aufatmen wegen der besseren Luft. In den 70er Jahren war die Luftqualität in Hamburg auch schlecht, aber das hatte sich schon geändert.
    Das Wetter ist mir in Hamburg nie besonders schlecht aufgefallen. Es war oft sonnig.
    Damals vor etwa 20 Jahren habe ich auch einmal einen Ausflug nach NRW gemacht mit der Bahn. Ich habe Köln gesehen und all die Großstädte in NRW und Hannover, auf der Strecke von dort nach Hamburg. Als der Zug dann wieder in Hamburg war, war es ein richtiges Erlebnis, die Stadt im Unterschied zu den anderen Städten zu sehen. Es wurde mir da einmal klar, was Hamburg baulich doch für eine Stadt ist. Die Stadtbahnstationen waren wie Marmorpaläste, und das ganze Stadtbild strahlte ein solches Flair von Wohlstand, Sauberkeit und Ordnung aus, das war einmalig. Ich bin kein Schwärmer, aber da war ich schon überrascht. Es war an dem Tag auch bestes Wetter, in NRW wie in Hamburg.

    Die Art vieler Hamburger war mir sehr sympathisch, sie war nüchtern und klar, modern und sehr aufgeschlossen und keineswegs borniert, auch nicht steif. Die Art der Kölner wirkte dagegen „insgesamt skurriler“, um es mal so außergewöhnlich zu beschreiben.
    Erika Pluhar hat sich über die Hamburger einmal so geäußert, dass sie sehr freundliche Menschen seien. Ich kenne Wien nicht, aber wird wohl noch viel verkniffen rechts und böse gedacht.

    Vor fünf Jahren habe ich Hamburg verlassen, denn ich hatte Pech und bei mir ist es einfach schiefgelaufen.
    Jeder der es zu was gebracht hat, wer jemand ist (Reichtum ist dabei nicht das Entscheidende), kann sich im Hamburger Milieu wohl sehr wohl fühlen (siehe Frau Pluhar). Bei wem das nicht so ist, der begegnet in Hamburg wohl mehr als woanders einem seltsamen Zynismus.
    Der Blick für andere Menschen ist bei vielen Hamburgern ganz seltsam eng. Sie verhalten sich ganz eigenartig absurd. Ein seltsames Hamburger „Markenzeichen“. Es ist völlig anders als in anderen Regionen, selbst in Schleswig-Holstein, das ich auch kenne.
    Dass die Hamburger aber die „Kühlen aus dem Norden“ seien, kann man aus meiner Sicht nicht sagen, es beschreibt die Menschen dort nicht richtig. Ich würde Hamburg und die typischen Menschen dort als sehr charakteristisch und im positiven Sinn einmalig beschreiben. Es gehört wohl nur irgendwie dazu, dass auch ein paar grotesk dumme Eigenarten im Milieu „präsent“ sind. Der Untertitel des „Klein Erna“-Buches ist auch „Ganz dumme Geschichten“.


  • Markus sagt:

    Ich finde den Text toll.
    Er passt zu Hamburg!
    Ich bin damals aus bremen nach Hamburg gezogen weil
    Ich h h toll fand.

    Als ich dort wohnte hat sich das Blatt schnell gewandelt….

    Dieser künstliche Lokal-Patriotismus gründet nicht auf objektiven Kriterien…
    ( hamburg meine Perle, schönste Stadt der Welt)

    Da sitzen die lokal Patrioten im Sommer an den Landungsbrücken im künstlichen Beach Café und gaffen auf den verrosteten Hafen und dessen Countainer…..

    Wo ich dache : HEY, WAS GEHT????
    Das soll dann angeblich nen Flair haben…
    Und h h ist nur so….


  • Ina sagt:

    Wunderbarer Blogartikel, Danke dafür!
    (Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen, wie geht es dir in München?)

    Ich stimme dir 100%ig zu. Und nun der Schock für die meisten User, die hier so herzergreifend Hamburg verteidigen wollten und dabei lediglich ausfallend wurden :
    Ich bin Hamburgerin. Nicht zugezogen, nicht aus dem Umland, sondern vor knapp 30 Jahren direkt hier geboren.
    Was ich von der Stadt halte brauche ich nicht zu beschreiben – das hast du bereits ausführlich getan.
    Einige Jahre wohnte ich im wunderschönen Süddeutschland, kam für den Job wieder nach HH zurück und plane nun wieder abzuhauen.
    Im Süden ist einfach alles besser 😉 Klar, jeder Ort hat seine Vor- und Nachteile… aber mit den Nachteilen in Franken, Bayern, Baden-Württemberg und Co. kann ich einfach viel mehr Leben als mit denen in Hamburg. Die wenigen Vorteile, wie das breite HVV-Netz, können all das Negative nicht ansatzweise wettmachen.

    Und mal ehrlich.. als 30Jährige Frau denke ich auch langsam mal an Familiengründung.
    Meine Kinder im Hamburger Schulsystem? Um Gottes willen!

    Nein, HH ist vorbei. Ich habe versucht es zu lieben, weil alle es tun, weil meine Familie hier wohnt und mich vermisst – aber ich vermisse meine Freiheit und mein Wohlbefinden noch viel mehr. Ich kann hier nicht bleiben, ich ersticke in der Menschenmasse, in der unfreundlichen Kühle des Nordens… und freue mich dafür einen Artikel gefunden zu haben, der so perfekt ausdrückt was ich empfinde.


  • Ohman sagt:

    Super schlechter, erbärmlicher Text.

    Ich bin auch kein großer Hamburg-Freund, kenne die Stadt kaum. Aber dein Text hier ist nur eine arme kleine Hass-Tirade. Man merkt sofort, dass es ganz andere Gründe hat, die dich der Stadt überdrüssig machten, Dinge, die du nicht nennen willst, dir vielleicht selbst nicht eingestehen kannst. Stattdessen versuchst du jede noch so lächerliche Argumentation heranzuziehen und ins negative gegen die Stadt zu wenden. Das zeigt sich ganz deutlich an dem Punkt, an dem du sogar die lokale Politik heranziehst, um sie der Stadt selbst anzukreiden. Spätestens als du dann erzählst, dass du nun nach München willst, möchte man dir eigentlich nur noch ins Gesicht spucken. Sorry.


  • nurhass123 sagt:

    Hamburg ist das reinste Palästina. Man ist als Einheimischer nichts wert. Nur linke Diener-Menschen.


  • echtHH sagt:

    die nervigsten Typen unserer Zeit sind die Neuberliner, die dort alles sooo viel besser finden und es auch jedem unter die Nase reiben müssen (wie ein Vegetarier, der sofort sagt, dass er vegetarisch lebt und jeden bekehren möchte) . Ganz ehrlich: ihr nervt! seid stolz drauf, dass ihr endlich mit Bierflasche zur Arbeit (falls vorhanden) gehen könnt. Fühlt euch individuell, wenn ihr uniformiert im Hipsterlook durch Friedrichshain geht. Aber lasst die restliche Welt in Ruhe. Denn es wird der Tag kommen, an dem ihr euch eine funktionierende Bahn wünscht, die Touristenmassen ankotzt und der künstlerische 650€ Medienjob mit 35 Jahren nicht wirklich weiter bringt und die gewisse Spießigkeit (ich nenne es gestztes Leben) in eurem Leben fehlt.


  • Andrea sagt:

    Problem ist eben auch, dass die Stadt Hamburg nicht auf diesen Ansturm von Zuzügen und Menschenmassen ausgelegt und sie somit überlastet ist. Wie oft schon habe ich von Ur-Hamburgern gehört, wie schön leer es doch alles noch vor 10 / 20 Jahren war. In so einen Genuss kommt man ja nur noch in der Ferienzeit, wenn nicht die ganzen Langsam-Latscher und Im-Weg-Rumsteher unterwegs sind und alles blockieren. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, ist nur noch Hölle (da ständig volle Busse und Bahnen) und mit dem Auto braucht man es erst gar nicht zu versuchen. Egal, wo man hinkommt, ständig gibt es eine Schlange bis vor die Tür. Ausreichend Wohnungen gibt es auch nicht. Sieht so Lebensqualität aus???


  • iceman sagt:

    super Text


  • iceman sagt:

    Eigentlich bin ich Hamburger und war bis Ende 2013 in Stuttgart in der Automobilbranche tätig. Fast 6 Jahre habe ich im Süden verbracht und mir während dieser Zeit immer wieder gesagt, du möchtest irgendwann wieder zurück nach Hamburg.Dann kam 2013 der Zeitpunkt, an dem ich ein gutes Angebot in einem großen Unternehmen in HH bekommen habe und ohne groß zu überlegen habe ich zugesagt. Viele Freundschaften habe ich in Stuttgart aufgebaut auch wenn ich immer wieder über die Schwaben geschimpft habe;-) , aber der Drang in die Heimat (Eltern, Geschwister, Freunde…) zurückzukehren war einfach zu groß. Leider muß ich sagen, dass ich diesen Schritt immer mehr bereue. Ich hatte von Stuttgart aus nur 3 Monate Zeit mir eine Wohnung in HH zu suchen und habe die nächst beste Mietwohnung genommen. Alter Rotklinker, 2,5 Zimmer, Nachtspeicherheizung, keine Hzg in der Küche und an der B75 gelegen, mitten in HH. Seit Monaten suche ich nun schon eine neue Wohnung in nahezu 12 Stadtteilen in HH…nichts. Für eine 3 Zimmerwohnung mit 70 m², EBK, Baujahr ab 2000 legt man im Schnitt eine Kaltmiete von 900 und mehr hin. In Stuttgart, ich muß dazu sagen, dass es Ludwigsburg gewohnt habe (10km nördlich von Stuttgart), hätte ich für den Preis wie Gott in Frankreich gelebt. Es ist einach nicht möglich eine halbwegs moderne Wohnung für einen angemessenen Preis zu bekommen, wenn man einigermaßen zentral leben möchte. Wie schon einige Blogger geschrieben haben, ist alles was über den Stadtkern hinausgeht nicht wirklich schön (schmutzig, verwahrlost, dunkel,…). Wenn man dann noch weiter hinausgeht, zum Beispiel südlich der Elbe, ist man sofort auf dem Land und die Anbindung entsprechend schlecht. Die nächst größere Sadt ist Lüneburg. Da hat die Stuttgarter Umgebung einen großen Vorteil…überall gibt es kleiner Städte (100000 Einwohner), in denen es sich schön leben läßt. Die Parkplatzsitautionin HH tut ihr übriges, denn eine Wohnung mit Parkplatz zu finden ist ja quasi unmöglich. Die neue Arbeitsstelle ist auch nicht das ,was ich mir vorgestellt habe. Klar war ich in der Zeit in Stuttgart auch zu Besuch im hohen Norden, aber das kann man nicht vergleichen, wenn man hier in HH nach so vielen Jahren wieder Fuß fassen will und ich überlege tatsächlich HH ein zweites Mal den Rücken zu kehren…


  • Iceman sagt:

    Eigentlich bin ich auch Hamburger, komme aus einem Vorort von HH. Vor gut 6 Jahren bin ich aus beruflichen Gründen nach Stuttgart gezogen um dort in der Fahrzeugindustrie tätig zu sein. Es war eine sehr schöne Zeit dort, wenn auch der Anfang nicht leicht war. Erst nach ein paar Jahren habe ich mich daran gewöhnt nicht mehr in meiner Heimatstadt zu sein. Hinzu kommt, dass ich nicht direkt in Stuttgart gewohnt habe sondern vielmehr in einer Kleinstadt namens Ludwigsburg. Man kann wirklich sagen, dass der Lebensstandard in dieser Region sehr hoch ist. Freunde, sehr gute Freunde hatte ich dann auch nach einiger Zeit gefunden. Da ich die ganze Zeit allerdings im Hinterkopf hatte wieder irgendwann zurück nach HH zu gehen, habe ich Ende 2013 wieder die Koffer gepackt. Ein großes Unternehmen in HH hatte mir ein Angebot gemacht. Tja und dann nahm das Drama seinen Lauf. Wohnungssuche in HH. Da ich mich an das Stadtleben sehr gut gewöhnt hatte in Ludwigsburg wollte ich das in HH weiterleben. 3 Monate hatte ich Zeit und was soll ich sagen, mir blieb keine andere Wahl, als eine Wohnung an der B5 zunehmen mit Nachtspeicherhzg. für knapp 1000 warm. Ja richtig gelesen, 1000 Euro für 2,5 Zimmer und 60m2 …eine Katastrophe. Bis heute suche ich etwas vergleichbares wie in Ludwigsburg und bin auch bereit 1100 warm zu bezahlen. Ich möchte doch nur eine halbwegs moderne Wohnung und damit meine ich auch keine Wohnung in diesen hässlichen Rotklinkeraltbauten. Die neue Arbeit ist auch nicht dass was ich mir erhofft hatte und wenn man dann abends von der Arbeit nachhause kommt und erstmal eine halbe Std einen Parkplatz suchen muß gibt einem das den Rest. Leider gibt es ja um Hamburg keine kleineren Städte wie in der Stuttgarter Umgebung. Mit Stadt meine ich etwa 100000 Einwohner. Da fällt mir dann nur Lüneburg ein, ist aber viel zu weit weg. Das Wetter ist auch eine Katastrophe hier oben. Klar bin ich hier aufgewachsen, aber wenn man erstmal ein paar Jahre woanders gelebt hat und dann wieder zurückkommt, fragt man sich, was hat einen damals daran gefallen ?Ich überlege ernsthaft wieder gen Stuttgart zu gehen. Dort kann ich meinen Traumjob nachgehen und schön Leben in näherer Umgebung zu Stuttgart.


  • Benjamin sagt:

    Ein sehr schöner Artikel, genau auf den wunden Punkt!

    Ich selber bin mit meiner Frau vor drei Jahren von Berlin nach Hamburg gezogen, es lockte ein verheißungsvolles Jobangebot.

    Wenn wir nach Adjektiven suchen, fällt uns zum Leben in Hamburg nur folgendes ein: spießig, asozial, autoritätshörig, verschlossen, humorlos, selbstgerecht und selbstgefällig.

    Wir sind dann mal weg.


  • Christian sagt:

    Es ist nun 2016 und dieser Artikel spricht mir als Zugezogener aus der Seele! Das Wetter ist zum kotzen hier und von Weltstadt kann hier nicht die Rede sein und von einer „Perle“ sowieso nicht. Nun gut, schöne Städte gibts in Deutschland sowieso kaum welche, weil wegen dem Krieg und so. Beim Kulturangebot ist ausser Musik eher angestaubtes Provinzprogramm angesagt. Kaum ein Museum oder Ausstellung in der es nicht um Hamburg geht! Alte Ölschinken und aquarelle norddeutscher Künstler … Impressionismus zum X-ten mal wieder aufgekocht. Währenddessen zeigt das MoMA in NY eine retrospektive zu Björk, die Tate Modern setzt mit der Unilever Serie spektakuläre Höhepunkte Jahr für Jahr und Ai Weiwei stellt ein paar Skulpturen in Helsinkis HAM aus…
    Trotz allem. Die Hamburger sind nette Menschen. Ein wenig bräsig manchmal, aber bei dem Wetter kann ich dass auch verstehen … das selbstgefällige ist vermutlich auch nur Eigenschutz, um hier nicht in eine Depression zu verfallen.


  • Daniela sagt:

    Wahre Worte….ich kann an dieser Stadt leider, nach 15 Jahren hier, auch nix schönes mehr finden, und würde sie am liebsten so schnell als möglich verlassen. Ich muss aber auch sagen, es ist nicht nur die Stadt, sondern es sind auch seine Menschen, ein rücksichtsloses und egoistisches Volk. Und grün findet man hier nur noch, wenn man das nötige Kleingeld hat und sich in seine hübschen EFH mit riesigen Grundstücken in dem Walddörfern verkriechen kann.


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