Buchmarketing: Offline trifft Online

3. Juli 2013 Schreibe einen Kommentar

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Es soll Schriftsteller geben, die nur sehr ungern aus ihren Werken vortragen. Ich hingegen liebe Lesungen. Nachdem ich mitunter monatelang alleine in meinem Büro gesessen habe, geben sie mir die Möglichkeit, Feedback zu bekommen, und zwar von den Menschen, die für einen Autor am wichtigsten sind: den Lesern.

Leider ist die Lesung bedroht. Ausgerichtet und (mit-)finanziert werden Lesungen in der Regel von Buchhandlungen. Wenn die Digitalisierung viele Buchhandlungen fressen sollte, würden vermutlich auch viele Lesungen wegfallen.

Da mir die Vorstellung, dass Buchkultur komplett virtuell wird, überhaupt nicht schmeckt, muss man sich Gedanken darüber machen, wie man Lesungen als Event, wie man neudeutsch sagt, aufwerten kann.

Eine Idee, die ich bei meinem britischen Kollegen Warren Ellis das erste Mal gesehen habe, setze ich gerade bei meinen Lesungen um: ei der Premiere von “Letzte Ernte” bekam jeder Besucher ein kleines Kärtchen ausgehändigt:

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Wenn er zu der URL geht und den Code eingibt, erhält er ein kleines Geschenk. Aktuell handelt es sich dabei um die Hörbuch-Version meines eBooks „Die Erfindung des Essens“.

Damit will ich zum einen natürlich Werbung für einen meiner Titel machen, zum anderen aber vor allem das Signal aussenden, dass mir mein Lesungspublikum ganz besonders am Herzen am Herzen liegt.

Wer persönlich vorbeischaut, kriegt nicht nur etwas vorgelesen und in sein Buch hineingeschrieben. Er erhält außerdem etwas Exklusives, dass es sonst nirgendwo gibt.

Warum Exklusiv? Weil es das fragliche Hörbuch nirgendwo zu kaufen gibt. Ich habe es extra zu diesem Zweck produzieren lassen. Zu einer meiner Lesungen zu kommen, ist die einzige Möglichkeit, es in die Finger zu bekommen.

Viele Leute hatten mir vorgeschlagen nichts derart Aufwändiges zu verschenken, sondern einfach irgendeine Leseprobe für den Download zu nehmen. Aber das geht meines Erachtens völlig an der Kernidee vorbei. Eine Leseprobe aus „Teufelsfrucht“ oder „Rotes Gold“ kann jeder bei Amazon herunterladen. Er muss dafür nicht in seine Buchhandlung gehen und eine Eintrittskarte für meine Lesung kaufen.

Bei den Goodies könnte man sich durchaus noch andere Dinge überlegen. Interessant wäre etwas mit dem Veranstalter zusammen zu machen. Statt Content könnte es auch einen Gutschein zum Download geben, der sich in der die Lesung veranstaltenden Buchhandlung einlösen lässt und damit wieder Leser in den Laden lockt.

 



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