Euer Geld muss unseres bleiben

13. November 2015 5 Kommentare

Picture Credit: Laineys Repertoire, https://flic.kr/p/hjbY9

Die Urheberrrechtsabgabe steht ausschließlich den Urhebern zu – also den Autoren, sagt der EuGH. Vermutlich wird damit auch im Falle der deutschen VG Wort gelten, dass es keinen Anspruch der Verlage auf einen Teil dieses Kuchens gibt (bisher kassieren sie die Hälfte, gut 50 Mio. Euro p.a.). Der Börsenverein reagiert darauf mit einer PM, die m.E. humoristisch ziemlich viel bietet.

Die besten Stellen (kursiv) mit Übersetzung ins Deutsche:

„Nur weil in der wichtigsten Richtlinie zum Urheberrecht das Wort Verlage fehlt, müsste jetzt eine über Jahrzehnte hinweg fruchtbare Zusammenarbeit von Autoren und Verlagen aufgekündigt werden.“

Übersetzung: Das ist voll doll gemein. Nur weil in irgendsoeinem Rahmengesetz seit über einem Jahrzehnt nirgendwo drinsteht, dass wir Verlage Geld kriegen, sollen wir jetzt kein Geld kriegen! Dabei sollten wir Geld kriegen. Wir haben immer Geld gekriegt. Das Wort „Verlage“ ist einfach vergessen worden. Und aus diesem Versäumnis man jetzt doch nicht juristisch irgendwas ableiten, aus heiterem Himmel!

„Die EU-Kommission, die ohnehin an Urheberrechtsänderungen arbeitet, hat jetzt die Pflicht, das zügig zu korrigieren, damit es bei der angemessenen und bewährten Aufteilungspraxis bleiben kann.“

Übersetzung: Wir haben zwar vor Europas höchstem Gericht mit Ach und Krach verloren und waren mindestens seit 2001 im Unrecht. Aber wir fordern jetzt, ex post die Rechtslage anzugleichen, damit wir doch gewonnen haben. Am liebsten rückwirkend.

„Wird die Kommission nicht umgehend tätig, werden Verlage gezwungen sein, ihre Kalkulationen in jeder Beziehung anzupassen, auch was die Autorenvergütung betrifft.“

Übersetzung: Jahrelang haben wir bei unseren Autoren zweistellige Millionenbeträge abgegriffen, die uns nicht zustanden, sondern den Autoren gehörten. Irgendwie ahnten wir das auch, aber wir konnten das Geld eben wahnsinnig gut gebrauchen. Dafür könnten wir uns jetzt mal bei unseren Autoren entschuldigen.

Scherz!

Wir tun natürlich nichts dergleichen. Stattdessen werden wir die Autoren jetzt dafür bestrafen, dass sie sich erfrechen, uns ihr Geld wegzunehmen. Und zwar, indem wir sie nicht mehr so fürstlich entlohnen wie bisher.



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